Michael Dütsch hat beim Wechsel von seinem alten Arbeitsplatz ins neue Amt den kürzesten Weg aller neu gewählten Bürgermeister im Landkreis. Der bisherige Geschäftsleiter der Gemeinde Bischberg zieht von Zimmer Nr. 10 des Bischberger Rathauses nach Zimmer Nr. 12 um. Seine Erfahrung in der Verwaltung, die er sich seit 2012 erworben hat, und die intime Kenntnis der Kommunalpolitik, in der schon von 2008 bis 2012 als Mitglied des Gemeinderats aktiv war, zählten zu seinen wichtigsten Argumente im Wahlkampf.

Doch der 44-Jährige will nicht einfach weitermachen wie bisher. Er will vielmehr "auf neuen Wegen für die Gemeinde" wandeln, so das Motto des gebürtigen Bischbergers. Er zolle dem Amt des Bürgermeisters großen Respekt, "nicht nur, weil unser langjähriger Bürgermeister Johann Pfister mit seinem unermüdlichen Einsatz für die Gemeinde tiefe Fußspuren hinterlässt".

Dütsch hat aber auch vor, einiges anders zu machen als sein Vorgänger. "Ich werde die Art der Kommunikation mit Bürgern, Vereinen und Unternehmen komplett erneuern", kündigt er an und nennt etwa Dialog und Mitsprache, ehrliche Diskussion und transparente, also nachvollziehbare Entscheidungen. "Insgesamt also mehr offene Türen und mehr Miteinander."

Für Dütsch persönlich bedeutet der Wechsel des Schreibtisches, dass er nahtlos weiterarbeiten muss. Zurzeit ist es die größte Herausforderung, für ihn als Geschäftsleiter die Corona-Maßnahmen der Gemeinde Bischberg zu koordinieren. Und ab Mai ist er dann als Bürgermeister in der gleichen Pflicht. Über die Ostertage hat er sich jedoch eine kurze Auszeit verordnet, "da ich mal ein paar Tage brauche, um meinen Kopf freizubekommen. Ich muss ja auf örtlicher Ebene die Corona-Vorgaben umsetzen."

Die Geschäftsleiter-Aufgaben werden Dütsch auch im neuen Amt vorerst noch weiter beschäftigen. Und eine der ersten Aufgaben für den neuen Bürgermeister wird es sein, eine Nachfolge-Regelung für sich selbst als Geschäftsleiter zu finden. "Das werde ich gemeinsam mit dem Gemeinderat besprechen", versicherte er gegenüber der FT-Lokalredaktion noch am Abend der für ihn erfolgreichen Stichwahl. Vorstellen könne er sich, als Bürgermeister ein paar Aufgaben des Geschäftsleiters zu übernehmen, ergänzte er. Eins sei jedoch klar: "Ich kann keine zwei Jobs gleichzeitig machen. Ich bin glücklich verheiratet und so soll es bleiben."

Ob er die Feiertage mit Ehefrau Michaela und den zwei Stiefsöhnen für seine Hobbys Radfahren, Handwerken und Wandern genutzt hat, wissen wir nicht. Die Redaktion wollte ihn am Wochenende nicht in seiner verdienten Verschnaufpause stören. "Ich liebe die Natur unserer Region, bin oft in Wald und Flur unterwegs, um zu entspannen und nachzudenken", sagte der bekennende "Bischberger durch und durch", jedenfalls schon vor den Feiertagen. Auf eine vierte Lieblingsbeschäftigung, die Michael Dütsch nennt, musste er in Anbetracht der Umstände wohl verzichten: Freunde treffen.

Zuhören statt reden

Der enge Kontakt und das Miteinander, das Michael Dütsch nicht nur privat mit Familie und Freunden anstrebt, sondern auch im künftigen Amt als Bürgermeister mit allen Bürgern Bischbergs und seiner Gemeindeteile Trosdorf, Tütschengereuth und Weipelsdorf, werden vermutlich noch eine Zeitlang auf die harte Corona-Probe gestellt. Von seinem Motto "Wer spricht, wiederholt nur, was er schon weiß. Wer zuhört, lernt vielleicht etwas Neues", will Dütsch aber auch in Zukunft nicht abrücken. "Dies entspricht meiner Einstellung, privat und beruflich", stellt er klar. Ihm sei es wichtig, zu hören, was die Bürger wollten, welche Unterstützung Vereine und Gruppierungen bräuchten.

"So möchte ich mein Amt als Bürgermeister der Gemeinde Bischberg antreten, um gemeinsam sinnvoll und nachhaltig Neues zu entwickeln", kündigte Dütsch bereits im Vorfeld der Wahl an. Und er führt aus: "Entscheidungen für die Gemeinde können niemals allein getroffen werden. Daher höre ich genau zu, wäge ab, diskutiere und entscheide mich dann aus echter Überzeugung." Und als Messlatte gab er den Wählern im Wahlkampf mit: "Ich verspreche nur, was ich auch halten kann." Daran will er sich von den Bürgern nun messen lassen.