Planungsänderung oder Aufhebung der Ausschreibung? Vor dieser Alternative standen die Weitramsdorfer Gemeinderäte beim Thema Außenanlagen am Rathaus in ihrer jüngsten Sitzung in der Turnhalle der Rudolf-Reißenweber-Schule in Weidach.

Hintergrund sind die Mehrkosten: Der günstigste Bieter hatte die vorgesehenen Maßnahmen auf 317 000 Euro kalkuliert - und lag damit deutlich über dem im November gefassten Beschluss (245000 Euro brutto) des Gremiums.

Gerade die eingeplanten Fertigteile seien wegen der Corona-Pandemie preislich durch die Decke gegangen, erläuterte Marcel Ebert vom Architekturbüro ABE Coburg. Spielraum für kostensparende Anpassungen habe die Gemeinde wenig, führte Ebert aus. Die Erdsondenköpfe müssten auf jeden Fall überdeckt werden. Geringes Einsparpotenzial sah er nur bei der oberen Parkfläche, bei der Zisterne und beim unteren Teil.

Angesichts von errechneten 15 000 Euro pro Parkplatz erkundigte sich Christian Gunsenheimer (ÜPWG), ob es nicht ausreiche, das Problem des Oberflächenwasser anders zu lösen, etwa durch ein Bedecken der Sonden durch Mutterboden. Auch Ulrich Kräußlich (FW-BV) regte eine einfache Überbauung ohne Versiegelung an, selbst wenn dadurch "ein oder zwei Parkplätze eingebüßt würden". Selbst jetzt, trotz des Regens der letzten Zeit, fand er vor Ort gute Verhältnisse vor.

Der Bürgermeister zeigte sich offen. Andreas Carl (DGN): "Wenn es anders geht, warum nicht? Wir wollen ja Kosten einsparen!" Henning Kupfer (CSU) beklagte eine "schwierige Entscheidung", da noch ein Gesamtkonzept fehle und forderte einen "Stufenplan, mit dem wir uns nichts verbauen". Unklar sei, ob der Rathausanbau komme, pflichtete ihm sein Fraktionskollege Harri Schleifenheimer bei: "Erst gilt es, ein Haus zu bauen, dann den Parkplatz." Deshalb erfolge die Ausschreibung ja in zwei Teilen, so Ebert: Hier gehe es zunächst um die Zufahrt und Parkierung, unabhängig vom Anbau.

Einstimmige Beschlüsse

Nachdem die Gemeinderäte hinter verschlossenen Türen über die Kosten beraten hatten, fällten sie folgende einstimmigen Beschlüsse: Die Ausschreibung wird wegen der Nichtfinanzierbarkeit und der geänderten Grundlage aufgehoben. Aufgrund der neuen Anforderungen an die Leistungen sollen nochmals Alternativen geprüft und dazu ein Bodengutachter zu Rate gezogen werden.