Zum Bericht "So schnell ist das Internet im Landkreis" vom Freitag, 14. August: Eine solche verbindliche Aussage der Stadtwerke Forchheim, alle städtischen Schulen bis zum Ende 2020 (!) an das Glasfasernetz anzuschließen, fordern wir in Hausen seit einigen Jahren auch für unsere Grundschule. Um zudem in Corona-Zeiten eine ruckelfreie Videokommunikation zu ermöglichen, empfehlen Netzbetreiber eine Übertragungskapazität von 50 Mbit/s.

Dies reicht für den Fall, wenn nur einzelne Schüler mit Verdacht auf mögliche Infektion mit Corona zu Hause sind und von der Schule betreut werden müssen, während die anderen Kinder der Klasse in der Schule präsent sind. Bei der genannten Kapazität erreicht man per LAN (Kabel) circa maximal 47 Mbit/s, bei Anschluss per WLAN je nach örtlicher Situation im Gebäude jedoch erheblich weniger. Zudem ist auch davon auszugehen, dass neben den Schülern auch die Eltern die Verbindung nutzen müssen wegen Homeoffice.

Die vorhandene Übertragungskapazität einer Schule von 50 Mbit/s reicht jedoch nicht, wenn gegebenenfalls für mehrere beziehungsweise alle Kinder einer Klasse Lernen auf Distanz angesagt ist. Um auch diese Möglichkeit zu berücksichtigen, ist unbedingt eine Glasfaserverbindung mit einer Kapazität >1000 Mbit/s (>1 Gbit/s) erforderlich. Die erforderliche Kapazität hängt von der Anzahl der Schüler ab, die gleichzeitig in die Kommunikation einzubinden sind.

Beispiel der Stadt Forchheim

Es reicht mittlerweile nicht, wenn sich eine Gemeinde nur um Hardware und Software für die schulinterne digitale Kommunikation kümmert, sondern sie muss auch für die die entsprechenden Kommunikationsmöglichkeiten der Schule zu den Eltern der Schüler sorgen. Daher eine Bitte an alle Gemeinden: Folgt kurzfristig dem Beispiel der Stadt Forchheim. Unsere Grundschulen in den Orten sind die wichtigsten Schulen im Leben eines Kindes. Oder sollen die Kinder mit ihren Eltern erneut die Leidtragenden und die Letzten sein, die berücksichtigt werden?

Unsere Politiker reden immer von einem schnellen Internet, sagen aber nicht, was sie unter schnell verstehen. Der Begriff "schnell" ist relativ. Fachleute sprechen erst von einem schnellen Internet mit Glasfaserverbindungen, das heißt >1000 Mbit/s. Von der der EU ist schon länger bekannt, dass nur noch Glasfasernetze mit >1 Gbit/s gefördert werden.

Fritz Reuter

Hausen