Zusammenhalt, Verständnis für einander und innere Zufriedenheit, das gehört zum Geheimrezept, um eine diamantene Hochzeit feiern zu dürfen. Da sind sich Friedbert und Sonja Mutschink aus Kleinsendelbach einig.
Zum 60. Hochzeitstag gratulierte Bürgermeisterin Gertrud Werner (UWG) im Namen der Gemeinde. Landrat Herrmann Ulm (CSU) überbrachte die Wünsche des Landkreises Forchheim.
Friedbert Mutschink lernte seine Frau 1955 in Freital kennen. Dort arbeitete sie als Sekretärin bei den damaligen Sächsischen Edelstahlwerken, wo ihr späterer Ehemann eine Walzstraße baute. 1958 gaben sie sich in der Kirche von Großpostwitz in der Nähe von Bautzen das Ja-Wort. Bald darauf kündigte sich Dajen, die erste von zwei Töchtern an, die das Eheglück vervollständigten. Zwei Enkelkinder zählen zur Familie.
"Frisch verheiratet gingen wir nach China", erzählt Friedbert Mutschink, dort half er bis 1960 beim Aufbau einer Edelstahlwalzstraße. Anschließend musste er nach Ägypten, um dort ein Aluminium-Walzwerk zu bauen. Während dieser Zeit fiel der Entschluss, dem DDR-Regime den Rücken zu kehren. "Man wurde damals", sagt seine Frau Sonja, "mehr oder weniger vertrieben. Dass ich mit meinen beiden Töchtern nach Ägypten zu meinem Mann reisen durfte, war großes Glück. Erst als wir in Ägypten landeten, fühlten wir uns sicherer, dennoch begleitete uns die Angst täglich, dass unsere Vorbereitungen, in die Bundesrepublik zu flüchten, entdeckt würde."
1966 war es dann soweit: Sie flogen von Kairo aus nicht nach Ost-Berlin, sondern nach Frankfurt am Main. Am 12. September 1966 kamen sie nach Friedland und wurden dann nach Frankfurt-Oberrad in ein Flüchtlingsheim gebracht.
"Das Leben damals war für uns sehr schwer", berichtet Sonja Mutschink. Ihr Mann erhielt erst am 1. November 1967 im Forschungszentrum Siemens in Erlangen einen Arbeitsplatz. Acht Monate später folgte sie ihm mit den beiden Töchtern nach. Sie wohnten bis 1982 in Erlangen, um dann in Kleinsendelbach das eigene Haus zu beziehen.
Weltweit war Friedbert Mutschink für das Unternehmen Siemens tätig, im Schiffsbau, bei Walzwerken und im Maschinenbau. 1994 ging er offiziell in den Ruhestand, seine Erfahrung stellte er dem Unternehmen noch bis 2008 zur Verfügung.
"China haben wir 1988 noch einmal besucht. Dort haben wir das Geburtshaus von Mao Tsetung besucht und dabei den Bruder von Leonid Breschnjew kennengelernt", erzählt Friedbert.


In der Lebenshilfe

Heute leben beide ruhiger. Sonja bereichert als treue Sängerin den Gesangverein Kleinsendelbach mit ihrer Sopranstimme, Friedbert Mutschink lässt kein Wochenende aus, um mit seiner Tochter Dajen, die in der Erlanger Lebenshilfe wohnt, da sie seit ihrer Kindheit durch eine Erkrankung behindert ist, Samstag und Sonntag nach Nürnberg ins Café zu fahren. Am 21. April will das Jubelpaar in der Kirche in Großpostwitz den 60. Hochzeitstag im Kreise seiner Familie feiern.