Rein rechnerisch besuchen 60 Prozent der Landkreisbürger einmal im Jahr eine Veranstaltung der Volkshochschule (VHS). Das geht aus den Zahlen hervor, die Vorsitzender Holger Baunacher und Geschäftsführer Holger Weiniger am Mittwoch der Mitgliederversammlung vorlegten. Getragen wird die Landkreis-VHS vom Kreis und den Kommunen.
1913 Veranstaltungen gab es im vergangenen Jahr in Haßfurt und den Außenstellen, über 52 000 Teilnehmer wurden in den 10 983 Doppelstunden gezählt. Diese Doppelstunden sind die maßgebliche Größe für den staatlichen Zuschuss für die Erwachsenenbildung.
Schwerpunkte der Landkreis-VHS waren die Mitwirkung bei der Gesundheitsregion plus und die Kooperation mit dem Universitätsbund Bamberg. Die VHS erweise sich weiterhin als der Partner der Kommunen in allen Belangen der Weiterbildung, erklärte Baunacher.
Zur Landkreis-VHS gehören auch das Umweltbildungszentrum (Ubiz) und die Energieberatung. Das Ubiz hat im vergangenen Jahr zum fünften Mal in Folge das Qualitätssiegel des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz erhalten. Die vom Ubiz entwickelte Fibel "Feiern mit Zukunft" wurde wegen der deutschlandweit großen Resonanz nachgedruckt und hat jetzt sogar ein Vorwort der Ministerin.


Zwei neue Projekte gestartet

Das Netzwerk wurde verdichtet mit der Universität Bamberg, dem Lehrgarten der Uni Würzburg und den Bibliotheken des Landkreises. Ein herausragendes Projekt war das Bilderbuch "Rosalie und das Rotkehlchen", das mit der Grundschule Trossenfurt herausgebracht wurde.
Als Projekt wurde heuer "Step up 4 the planet" zum Thema "Nachhaltigkeit" begonnen. Das zweite Projekt heißt "Kunstwerk Zukunft". Dabei geht es um das globale Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie. Beide Projekte wenden sich an Jugendliche und nutzen dementsprechende Medien.
190-mal wurde die Energieberatung in Anspruch genommen, meist telefonisch. Ein wesentlicher Schwerpunkt war dabei die Elektromobilität für Privatkunden. Im November feierte die Energieberatung bereits ihr zehnjähriges Bestehen.
Immer wieder neuen Anforderungen muss sich das Zak-Projekt stellen, das sich im Auftrag der VHS um gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten kümmert. Durchschnittlich 42 Arbeitsgelegenheiten pro Monat wurden betreut, meist bei Mitgliedsgemeinden und in Maßnahmen zur Verbesserung der Umwelt oder in sozialen Diensten. Dazu kamen insgesamt 38 301 gemeinnützige Arbeitsstunden, die Landkreisbürger ableisteten.
In Kooperation mit dem Landratsamt wurden außerdem sechs Einsatzstellen für Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen eingerichtet mit 2668 Arbeitsstunden. Um hier weitere Arbeitsgelegenheiten zu schaffen, läuft noch im Juni das Pilotprojekt "AGH mobil" an, in dem die Teilnehmer von Haßfurt in die Bauhöfe nach Wonfurt, Knetzgau und Oberaurach gebracht und abends wieder abgeholt werden. Wenn sich das bewährt, soll der Fahrdienst ab Herbst auf weitere Regionen des Landkreises ausgedehnt werden. Außerdem organisierte Zak Bewerbungscoaching für 23 Personen, die ALG II beziehen, und für sieben Privatpersonen.


Acht Integrationskurse gehalten

Acht Bamf-Integrationskurse für Flüchtlinge und EU-Bürger fanden 2017 statt, von denen sechs mittlerweile beendet sind. 2018 kam nur ein weiterer Kurs hinzu, weil kaum noch Flüchtlinge nachkommen. Insgesamt haben 160 Teilnehmer diese Kurse durchlaufen, neben Flüchtlingen auch immer mehr EU-Bürger, die für ihre Aufenthaltsgenehmigung einen erfolgreich abgeschlossenen Integrationskurs nachweisen müssen.
"Unsere Bestehensquote liegt bei knapp 50 Prozent, im Vergleich zu 34 Prozent im Bundesdurchschnitt", zeigte sich Baunacher sehr zufrieden.
Das Projekt "Zukunftscoach" endet am 30. Juni. Abschließend fand der Thementag "Zukunft der Arbeit" in Rügheim statt. Bis Mai lief die Workshop-Reihe "Arbeitswelt Haßberge".
Da das VBW Königsberg und die VHS Haßfurt fusionierten, wurde die Satzung angepasst. Auch einige Personalveränderungen gab es dadurch: Als Vertreter der Kommunen wurden die Bürgermeister Helmut Dietz aus Untermerzbach und Matthias Bäuerlein aus Rauhenebrach in den Vorstand gewählt; Dietz wurde auch mit dem Amt des Zweiten Vorsitzenden betraut.
Neue Vertreterin der Außenstellen im Vorstand ist jetzt Sonja Liebenstein aus Eichelsdorf.