Das Klinikum Forchheim nimmt teil an einer Studie des Helmholtz-Zentrums München zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes. Dies ist eine Autoimmunerkrankung, die bei Kindern immer mehr zunimmt.
Bundesweit erkranken laut Pressemitteilung des Klinikums jährlich zwischen 2100 und 2300 Kinder bis zum Alter von 15 Jahren daran. Bestimmte Antikörper richten sich fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe - gegen die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse - und zerstören diese.
Die Ursachen sind nur teilweise bekannt: "Früher haben wir gedacht, es gäbe den einen Auslöser für Diabetes, davon sind wir abgekommen. Wir wissen heute, dass es ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist", sagt Professor Annette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz-Zentrum München. Sowohl genetische Faktoren und Umweltbedingungen als auch Reaktionen des Immunsystems sind an der Entstehung von Typ-1-Diabetes beteiligt.


Kostenfreies Screening

Seit dem 1. Januar beteiligt sich das Klinikum Forchheim an der "Freder1k-Studie", einer Früherkennungsuntersuchung von Neugeborenen, die die genetische Komponente analysiert. Bei diesem europaweit einmaligen Projekt des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz-Zentrum haben Eltern die Möglichkeit, ihr Kind im Zusammenhang mit dem regulären Neugeborenen-Screening kostenfrei auf das Risiko, Typ-1-Diabetes zu entwickeln, untersuchen zu lassen.
Bei dem Test wird anhand von zwei Blutstropfen aus der Ferse oder aus der Nabelschnur des Babys bestimmt, ob Risikogene vorliegen. Kinder, die diese Risikogene tragen und an Diabetes erkranken, haben meist keine Verwandten mit Diabetes. Das heißt, die Erkrankung kann jeden treffen. Das Screening ist geeignet für Kinder bis zum Alter von vier Monaten.
Das Klinikum Forchheim sendet die Blutstropfen ein. Bei unauffälligen Testergebnissen erhalten die Eltern keine Nachricht. Die Untersuchung ist freiwillig. 92 Prozent der im Januar 2018 Geborenen nehmen an der Untersuchung teil. red