Auf rund 430 Quadratmetern Fläche können Kinder und Jugendliche nun skaten, rennen und spielen. Verschiedene Halfpipes sowie ein Basketballfeld und eine Tischtennisplatte wurden am Donnerstagmittag von der Stadt Lichtenfels unter geistlichem Beistand offiziell eingeweiht. Viele Schüler der Herzog-Otto-Mittelschule und der Dr.-Roßbach-Grundschule trotzten dem Regen und der Kälte an diesem Tag und testeten die Bahn "mit den Füßen".

Die alte Skateranlage hinter der Stadthalle wies seit langem starke Mängel auf. Im Jahr 2015 beschloss die Stadt Lichtenfels, dass eine Reparatur nicht wirtschaftlich sei, und baute das alte Gelände zurück.

Doch wie sollte ein neues Areal aussehen? Hierfür sammelten die Verantwortlichen bei einer eigenen Jugendbürgerversammlung im Januar 2016 Ideen. Schnell kam man auf den neuen Standort auf der Wiese zwischen den Parkplätzen und dem Merania-Hallenbad an der Friedenslinde. Wenig später stellte sich bei einer weiteren Jugendbürgerversammlung heraus, dass die Heranwachsenden nicht nur Halfpipes und Ähnliches wünschen, sondern auch ein Basketballfeld und eine Tischtennisplatte.

Jugendliche gestalteten mit

Im Frühjahr 2019 begannen die Firmen Wagner Bau und Populär Handcrafted Skaterparks aus Nürnberg ihre Arbeiten. Der städtische Bauhof installierte im Dezember letzten Jahres zudem die Lichtmasten.

Während der Arbeiten seien auch immer wieder Jugendliche neugierig am Straßenrand gestanden, berichtete Bürgermeister Andreas Hügerich. "Ich glaube, sie freuen sich riesig. Sie wollen unter sich sein, und das können sie ab sofort hier oben."

Die Einbindung der Jugendlichen in den Planungsprozess sei ihm ein wichtiges Anliegen gewesen, sagte Hügerich: "Sie sollen merken: Wenn ich etwas sage, was mir wichtig ist, und wenn ich mich einbringe, kann ich auch etwas gestalten." Das sei ein wichtiges Mittel gegen Politikverdrossenheit mancher jungen Generation. Die Gesamtkosten der Anlage belaufen sich auf rund 130 000 Euro.

Geistlicher Segen

Pfarrer Ralph-Peter Zettler und Pfarrer Roland Neher dankten allen an diesem Projekt Beteiligten und segneten die neue Skateranlage feierlich: "Möge hier Achtung und Hilfsbereitschaft walten und Gott uns vor Übertreibung und körperlichen Schäden bewahren."

Bürgermeister Hügerich richtete das Wort zuletzt an die Kinder und Jugendlichen: "Danke für eure Ideen und Impulse für diese Anlage. Sie gehört euch!"

Hügerich, der in seiner Kindheit und Jugendzeit selbst "nur" BMX-Rad gefahren ist, fasste jugendlich simpel zusammen: "Habt einfach eine tolle Zeit!"

"Direkt vor unserer Haustür"

Der Rektor der Herzog-Otto-Mittelschule Bernd Schick zeigte sich ebenfalls begeistert. Dieses Projekt sei eine "super Sache. Wir genießen es natürlich, dass sie direkt vor unserer Haustür ist und unsere Jugendlichen sie auch mal spontan nutzen können."

Und am Ende schlitterten die beiden Freunde Jonas und Sammy, beide 14 Jahre alt, über die nasse Wölbung der Halfpipe: "Mann, hoffentlich regnet es nicht die ganze Woche, sonst kann ich mein Board nicht ausprobieren!"