Hat die Stadtumlandbahn (Stub) Herzogenaurach-Erlangen die optimale Trasse oder gibt es eine Alternative? Zu einer Informationsveranstaltung zu dieser Fragestellung laden der Bund Naturschutz, Ortsgruppe Herzogenaurach, die Bürgerinitiative "HerzoSüdBewahren", die Interessengemeinschaft Eigentümer und Landwirte pro Alternativen Kontra Südumgehung (Igel) und die Freien Wähler Herzogenaurach interessierte Bürger ein. Der Vortrag beginnt am Montag, 9. April, um 19 Uhr im Restaurant "Favorit" (ehemalige Gaststätte Winkelmann) in der Niederndorfer Hauptstraße.
Lange Jahrzehnte, von 1894 bis 1984, verband die Eisenbahn die Aurachstadt mit Erlangen. Von den Herzogenaurachern wurde sie liebevoll "Moggl" tituliert, während die Frauenauracher sie als "Fuchtl" bezeichneten, heißt es in der Einladung.


Erst Güter, dann Personen

Ohne sie, die Eisenbahn von Herzogenaurach nach Erlangen, wäre die wirtschaftliche Entwicklung Herzogenaurachs gar nicht möglich gewesen. Den Anstoß zur Errichtung gab zunächst der Gütertransport für die Tuch- und Zeugmacher, später auch die aufstrebenden Schuhfabrikationsanlagen. Dazu kam noch die Personenbeförderung. Arbeiter aus Herzogenaurach, Hauptendorf und Niederndorf nutzen sie, um zu ihren Arbeitsstellen in Erlangen, Nürnberg und Fürth zu gelangen, Herzogenauracher Schüler fuhren zur Oberrealschule (später Gymnasium) in Erlangen. Der Bahnhof Erlangen war für viele die Drehscheibe zur Weiterfahrt über Nürnberg oder Bamberg.
Bereits 1871 gab es erste Versuche zur Errichtung einer Bahnlinie, aber erst am Samstag, 7. April 1894, konnte sie eingeweiht werden. Die Strecke betrug 9,12 km von Herzogenaurach bis Bruck, bis zum Bahnhof in Erlangen waren es 11,83 km. 1984 wurde die Strecke teilweise stillgelegt, bis zum ehemaligen Kraftwerk Franken II bzw. nach Frauenaurach war sie elektrifiziert und wurde noch weiter genutzt.
Mit der Frage der Trassenführung hat sich Ulrich Bogen beschäftigt. Er lebt seit über 35 Jahren mit seiner Familie in Herzogenaurach, ist IT-Berater im Ruhestand, war Initiator/Projektleiter des administrativen DV-Systems, das die Fraunhofer Gesellschaft seit über 20 Jahren in einer beispiellosen Wachstumsentwicklung (von 800 auf derzeit 25 000 Mitarbeiter) einsetzt und ist daher mit allen Aspekten öffentlicher Großprojekte bestens vertraut. Ulrich Bogen hat sich in die Entscheidungsgrundlagen zur Stub vertieft und ist dabei zu überraschenden Ergebnissen gekommen, schreiben die Organisatoren der Veranstaltung. In seinem Vortrag stellt er demnach Fakten zur Diskussion, die die bisherigen Bewertungen der Stub-Trassen infrage stellen. red