Beim Mähen mit dem üblichen Kreiselmähwerk werden oft Insekten und auch andere Tiere verletzt oder getötet, weil das geschnittene Gras mit hoher Geschwindigkeit im geschlossenen Mähwerk verwirbelt wird. Viel besser ist da die Mahd mit einem Messerbalken-Mähwerk, heißt es in einer Pressemitteilung des Landschaftspflegeverbands (LPV) Mittelfranken: Das gemähte Gras fällt nur um. Insekten können entweder während der Mahd hochfliegen oder danach aus dem Mähgut herauskrabbeln.

Deshalb will der Landschaftspflegeverband die Mahd von Naturschutzflächen in den nächsten Jahren dort, wo es möglich ist, auf Messerbalken umstellen. Manche Landwirte haben noch betagte Balkenmäher-Modelle, die aber von der Technik her veraltet sind und eine sehr schmale Arbeitsbreite haben. Deshalb werden sie nur noch selten eingesetzt. Nun haben aber verschiedene Hersteller neue, leistungsfähige Doppelmesserbalken-Mähwerke entwickelt.

Stufenlos regulierbar

Landwirt Volker Maußner, der Flächen im östlichen Landkreis Erlangen-Höchstadt und im Landkreis Nürnberger Land pflegt, hat sich nun extra für die Naturschutzflächen ein solches insektenfreundliches Mähwerk neu angeschafft und ist begeistert vom ersten Einsatz. Das Mähwerk ist sehr wendig und die Schnitthöhe stufenlos regulierbar. Wenn zum Beispiel Ameisenhaufen im Weg sind, wird das Mähwerk über einen Federmechanismus weggedrückt und so die Ameisenhaufen nicht zerstört.

Daher ist das Gerät gerade für die Mahd der strukturreichen Landschaftspflegeflächen gut geeignet. Neben dem Mähgerät ist auch die Schnitthöhe (höher als 8 cm) und der Mähvorgang (von innen nach außen) entscheidend für eine tierschonende Mahd. Wichtig ist es, auf den Flächen jeweils schmale Streifen als Rückzugsgebiet für die Wiesentiere stehen zu lassen, schreibt der LPV.

Eine Reihe von Landwirten in ganz Mittelfranken bietet die Mahd mit insektenfreundlichen Mähwerken auch bereits als Dienstleistung für andere Landwirte oder Gemeinden an. Kontakt vermittelt der LPV. Die Verwendung des Messerbalkenmähwerks wird vom Umweltministerium über das Vertragsnaturschutzprogramm VNP honoriert.

Das Mähgerät wurde vor kurzem auf einer Fläche des Straßenbauamts Nürnberg vorgestellt. Mit Vertretern von Landwirtschaft, Maschinenring, Straßenmeisterei und Bauhöfen wurde über die weitere Anwendung und Anschaffung solcher Geräte diskutiert. Zwar ist die Mähsaison für heuer fast vorbei, aber die Entscheidungen für neue Mähgeräte werden jetzt im Winterhalbjahr getroffen, damit die Geräte dann bis zum Frühling geliefert sind. Der Landschaftspflegeverband hofft, dass diese tierschonende Mähtechnik auf viel Interesse bei den Gemeinden, Bauhöfen und Landwirten stößt. red