Karl-Heinz Hofmann Der Abwasserverband Kronach-Süd betreibt eine Kläranlage für rund 25 000 Einwohner. Es ist eine enorme Technik und Logistik erforderlich, um die Abwässer aus der Kanalisation zu reinigen und Grobstoffe zu entfernen. Damit sich die Verbandsräte, es sind auch etliche Neulinge nach der Kommunalwahl dazugekommen, ein Bild von der Komplexität und der Leistung der 40 Jahre alten Kläranlage in Nagel machen können, folgte nach der Sitzung des Abwasserzweckverbandes ein Rundgang durch das Klärwerk, dessen Areal sich auf etwa 35 000 Quadratmetern erstreckt.

Bürgermeister Bernd Rebhan (Küps) lag es am Herzen, die Verbandsräte ausführlich über die technischen Anlagen und die mit dem Klärwerk zusammenhängenden vielfältigen Aufgaben zu informieren. Dabei standen ihm fachmännisch zur Seite der Abwassermeister Daniel Neumann und Facharbeiter Christoph Hörstel sowie Bauamtsleiter Christian Ebertsch. Die über 40- jährige Anlage und ihre Technik müssen instand gehalten und wenn nötig, sei es durch Verschleiß oder einfach auch durch technischen Fortschritt, saniert, erneuert und ersetzt werden.

So haben es sich die Verbandsräte auch nicht leicht gemacht bei der Entscheidung Neubau oder Sanierung. Der Schauplatz in diesem Fall: die Schlammpresse und deren Gebäude. Rund 1,1 Millionen Euro werden in die Sanierung des Bestandsgebäudes der Schlammpresse sowie in Schlammentwässerungstechnik (Maschinen und Elektrotechnik) investiert. Aus diesem Anlass wurde für die Sanierung des Gebäudes ein kleines Richtfest gefeiert.

Teure Investitionen

Eine große Investition von rund 660 000 Euro bedeutet auch die Erneuerung der Schaltzentrale mit Umstellung auf speicherprogrammierte Steuerung (SPS). Noch in diesem Jahr soll auch eine Photovoltaik- Freiflächenanlage auf dem Klärwerksareal entstehen, deren Kosten sich voraussichtlich auf rund 500 000 Euro belaufen. Dadurch spart man zukünftig Stromkosten, entlastet die Umwelt und tut etwas für den Klimaschutz. Der Rundgang führte von der Schaltzentrale mit Pumphebewerk, über Rechengebäude, Rundsandfanganlage, Vorklärungs-Absetzbecken und Belebungsbecken, was alles wichtige mechanische Reinigungsstufen sind, über das mit 50 Meter Durchmesser imposant wirkende Nachklärbecken bis hin zur Schlammpresse und deren Gebäude.

Die Räte zeigten sich beeindruckt, wie der stellvertretende Verbandsvorsitzende Jörg Neubauer (Bürgermeister von Weißenbrunn) es ausdrückte. Den AWV Kronach-Süd bilden der Markt Küps, die Gemeinde Weißenbrunn und die Stadt Kronach. In der dem Rundgang vorangegangenen Sitzung informierte Rebhan über die rechtsaufsichtliche Genehmigung des Haushalts und der Satzung für das Jahr 2020, die durch das Landratsamt erteilt wurde. Darin sind 1 012 800 Euro Kreditaufnahme enthalten. Der Schuldenstand unter Berücksichtigung der Haushaltseinnahmereste aus dem Jahr 2019 weist voraussichtlich eine Gesamtverschuldung von rund vier Millionen Euro auf.

Photovoltaikanlage geplant

Für das Bauvorhaben Schlammpresse war ein Nachtragshaushalt für zusätzliche Leistungen in Höhe von 14 215 Euro erforderlich, weil man mit der Bauausführung schneller ist, als in der Maßnahmenplanung vorgesehen war. Der Vorsitzende Bernd Rebhan informierte abschließend über Beschlüsse aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 1. Juli. Die Errichtung der Photovoltaikanlage soll in den nächsten 12 bis 15 Wochen realisiert werden. Das Gremium beauftragte die Verwaltung, für die Variantenuntersuchung für das Pumpwerk und Regenüberlaufbecken Schmölz I einen Ingenieurvertrag mit dem Planungsbüro Schneider und Partner aus Kronach abzuschließen.