In Mainfranken gibt es bei der Grund- und Nahversorgung große räumliche Unterschiede in der Angebots- und Erreichbarkeitssituation. Das zeigt eine neue Studie, die das Zentrum für Regionalforschung (ZfR) der Uni Würzburg im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt durchgeführt hat. Auf die Studie und deren Ergebnisse machte die IHK dieser Tage aufmerksam. Zum Einzugsbereich der IHK Würzburg-Schweinfurt gehört auch der Landkreis Haßberge.

"In einigen Gemeinden und Gemeindeteilen der Landkreise Haßberge, Bad Kissingen oder Main-Spessart sind die Distanzen zum nächsten Versorgungsort oft groß. Im Kreis Kitzingen hingegen sind die Gemeinden im Durchschnitt gut mit dem Pkw erreichbar", fasst Studienautor Professor Dr. Jürgen Rauh ein zentrales Ergebnis zusammen.

Wesentlich schlechter sei die Situation für den Teil der Bevölkerung, der kein Auto besitzt beziehungsweise in seiner Mobilität eingeschränkt ist. "Standorte von Lebensmittelnahversorgern sind häufig auf Kundschaft mit eigenem Pkw ausgelegt. Aus den Analysen geht hervor, dass dadurch vor allem ältere Bevölkerungsteile benachteiligt werden", ergänzt Christian Seynstahl, Referent Regionalentwicklung der IHK. Durch die Studie möchte die IHK unter anderem einen Beitrag zum Abbau solcher Defizite leisten.

Im Landkreis Haßberge verfügen 92 Prozent der Gemeinden über ein kleines Lebensmittelfachgeschäft, in 46 Prozent gibt es einen Supermarkt, in 23 Prozent einen Discounter. "Betrachtet man den Bevölkerungsteil, der auf eine fußläufige Versorgung angewiesen ist, weist der Landkreis Haßberge mit knapp 47 Prozent den höchsten Grad an nicht versorgter Bevölkerung auf", erklärt Anne Feulner, die Geschäftsführerin der Maintal Konfitüren GmbH in Haßfurt und Vorsitzende des IHK-Gremialausschusses Haßberge. Besonders für die Gemeinde Maroldsweisach weise die Studie Ergänzungspotenziale aus, so Feulner weiter. red