Am Sonntag, 15. April, heißt es um 17 Uhr in der Steigerwaldhalle: "Mörderisches Bayern" - Udo Wachtveitl liest Robert Hültner, eine Textcollage aus drei Kriminalromanen um den bayerischen Inspektor Paul Kajetan zusammengestellt: "Walching", "Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski" und "Die Godin".
Udo Wachtveitl, der bayerische Tatort-Kommissar, lässt mit facettenreicher Sprechkunst ländliche und städtische Milieus im "revolutionären Oberbayern" der 1920er Jahre lebendig werden. Er schenkt dabei der schrulligen Blinden nicht weniger Aufmerksamkeit als dem autoritären Dorfpolizisten, gibt die weinerliche Münchner Hauswirtin ebenso überzeugend wie wenig später den zwielichtigen Baron mit einem Hauch von Berliner Schnauze. Der Kriminaler ermittelt mit Instinkt und Humor und macht den Abend zu einem fesselnden Vergnügen.
Die Musik ist nicht Beiwerk, sondern gleichberechtigter Akteur. Mit fantastischen Tönen und Klängen werden die Texte unterlegt und eingerahmt: intensiv der Sound von Posaunist Sebi Tramontana. Seine Töne lachen, meckern, schwatzen, schreien und streiten.


Überraschende Momente

Der Schlagzeuger Erwin Rehling schlägt sanft aber eindringlich den programmatischen Bezug zum Text, er lässt lautmalerisch Soldaten marschieren, ein Gewitter dräuen oder zeichnet eigenwillig den Weg eines Betrunkenen. Andreas Koll (Akkordeon) hat eine einfache, aber klar strukturierte Musik komponiert, die den Musikern viel Platz lässt für augenblickliche Einfälle und überraschende Aktionen. Der Schauspieler Hans Kriss, der Erzähler des Abends, verbindet die verschiedenen Episoden und erklärt die Zusammenhänge. Damit lassen die fünf Künstler Robert Hültners ausgefeilten Erzählstil zum wahren Kopfkino werden.
Karten im Vorverkauf gibt's im Rathaus Burgebrach, Zimmer Nr 01. red

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