Welche Versicherung kommt für Schäden am Auto, Hausrat oder dem eigenen Haus auf, wenn sie durch Überschwemmung und Sturm, Hagel oder Blitzschlag verursacht werden? Zuständig sind die Kasko-, die Hausrat- und Wohngebäude-Versicherung. Das Tageblatt hat bei der HUK-Coburg nachgefragt. Karin Benning aus der Unternehmenskommunikation gibt wertvolle Tipps.

Wichtig sei, den eigenen Versicherer möglichst rasch zu kontaktieren: "Nicht nur, dass sich mancher Schaden mit einfachen Mitteln begrenzen lässt, je schneller die Versicherung Bescheid weiß - umso schneller kann sie handeln".

Überschwemmung

Beschädigt plötzlich auftretendes Hochwasser ein geparktes Auto, ist das ein Teilkasko-Schaden. Bei starken Regenfällen während einer Fahrt, bei denen Motorschäden durch plötzlich auftretendes Wasser oder Restwasser entstanden sind, ist die Vollkasko-Versicherung zuständig. Versichert ist nicht allein das Auto, der Teilkasko-Schutz umfasst auch fest eingebaute Teile wie Navigationssystem, Telefon oder Autoradio inklusive der Lautsprecher. Dasselbe gilt für Zubehör, das - wie zum Beispiel der Kindersitz - gesetzlich vorgeschrieben ist oder der Pannenhilfe dient.

Der Motor eines überschwemmten Autos sollte nicht selbst gestartet werden, auch wenn das Wasser abgeflossen ist. Sobald Wasser in den Motorblock eindringt, kann der Ölfilm reißen. Für bewegliche Teile des Motorblocks, wie zum Beispiel Kolben, heißt das: Wird der Motor einfach gestartet, reibt Metall auf Metall. Und ohne Schmiermittel ist ein Motor ruck zuck kaputt. Das Auto sollte vor dem Anlassen also auf jeden Fall abgeschleppt und fachgerecht gereinigt werden.

Vorsicht ist auch an anderer Stelle geboten. Erkennbare Hochwassergebiete sollten weiträumig umfahren werden. Selbst geringe Wasserhöhen bergen die Gefahr eines Wasserschlags. Dabei gelangt Wasser durch den Ansaugstutzen in den Motorblock. In diesem Fall übernimmt die Vollkasko-Versicherung die Regulierung.

Für Schäden am Wohngebäude und Hausrat sind die gleichnamigen Versicherungen zuständig, vorausgesetzt sie schließen eine Elementarschadenversicherung mit ein. Letztere schützt vor Schäden, die durch Überschwemmung oder Rückstau, zum Beispiel in Folge von Starkregen, entstehen. Von Sturm redet man in der Kasko-, Hausrat- und Wohngebäudeversicherung ab Windstärke acht. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von mindestens 61,9 Kilometern pro Stunde.

Sturmschäden am Auto fallen in den Bereich der Teilkasko-Versicherung. Häufig hinterlässt der Sturm tiefe Dellen und Beulen in der Karosserie eines Autos. Verantwortlich sind dafür meist herabfallende Äste.

Hat sich der genannte Schaden bei Windstärke sieben oder weniger ereignet, ist nicht mehr die Teilkasko- sondern die Vollkasko-Versicherung zuständig.

Schäden am Hausrat reguliert die gleichnamige Versicherung. Oft gehen fest verschlossene Fenster durch herumfliegende Äste zu Bruch und eindringender Regen lädiert Teile des Hausrats. Zu dem zählen nicht allein Dinge des täglichen Gebrauchs, wie zum Beispiel Möbel, Geschirr oder Kleidung.

Es können je nach Vertrag auch Fernseh- und Rundfunkantennen, Satellitenschüsseln oder Markisen mitversichert sein. Gleiches gilt für Gartenmöbel und -accessoires.

Die Wohngebäude-Versicherung schützt das eigene Haus. Zum Beispiel, wenn der Sturm so tobt, dass er das Dach abdeckt. Versichert ist neben dem eigentlichen Gebäude in der Regel auch Zubehör, das sich im Haus befindet oder außen an dem Gebäude angebracht ist. Dazu zählen ebenfalls Photovoltaikanlagen auf dem Dach. Doch nicht jeder Vertrag bietet dieselben Bedingungen: Am einfachsten lässt sich der Versicherungsumfang mit einem Anruf beim eigenen Versicherer klären.

Persönliches Eigentum lässt sich mit den entsprechenden Versicherungen schützen, doch welche Versicherung hilft, wenn der Sturm einen Gartenstuhl herumwirbelt und der am Nachbarzaun unschöne Spuren hinterlässt oder wenn der Sturm Ziegel vom Dach des eigenen Hauses reißt, die dann auf ein fremdes Auto fallen? An dieser Stelle greift die Privathaftpflichtversicherung.

Doch persönliche Verantwortung hat ihre Grenzen: Wütet ein Sturm mit Windstärke 12 (118 Kilometer pro Stunde), ist das nach Auffassung der Rechtsprechung höhere Gewalt. Wird in solch einer Situation persönliches Hab und Gut beschädigt, helfen nur die eigene Kasko-, Wohngebäude oder Hausratversicherung. Für Schäden, die Hagel am Auto, Wohngebäude und Hausrat hinterlässt, sind die gleichnamigen Versicherungen zuständig.

Schlägt ein Blitz ins Haus ein und hinterlässt Schäden am Gebäude, greift die Wohngebäude-versicherung. Mitversichert sind auch auf dem Dach befestigte Photovoltaikanlagen. Selbst wenn der Blitz nicht direkt ins Gebäude, sondern in unmittelbarer Nähe einschlägt, kann das ein Schaden für die Wohngebäudeversicherung sein. Beispiel: Der Blitz spaltet auf dem Nachbargrundstück einen Baum, der kippt und fällt in das versicherte Haus. Gar nicht selten entfacht ein Blitzeinschlag auch einen Brand: Beschädigt das Feuer den Hausrat oder vernichtet ihn, übernimmt die Hausratversicherung die Regulierung. Dasselbe gilt für Überspannungsschäden an elektronischen und elektrischen Geräten. Die Zuständigkeit der Hausratversicherung setzt auch an dieser Stelle keinen direkten Blitzeinschlag voraus. Zu Überspannungsschäden kommt es oft schon, wenn Blitze einfach über den Himmel zucken. red