Bernhard Panzer

Immer mehr Kunden nutzen Onlinebanking. Die Quote liegt derzeit bei 70 Prozent und verstärkt sich noch weiter. Das stellt der Vorstandsvorsitzende der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach, Johannes von Hebel, in seinem Jahresbericht fest. Diesen erstattete er unlängst vor dem Herzogenauracher Stadtrat.

Von Hebel stellte in der Sitzung weiterhin fest, dass sich das Kundenverhalten damit verändere und der Besuch der Geschäftsstellen weniger werde. Auf die Zielsetzung der Sparkasse wirke sich das nicht negativ aus. Man werde die Nähe zu den Kunden wahren, sagte er. Und: "Die Geschäftsstellen werden weiterhin ein zentraler Teil unserer Strategie bleiben."

Zum fünften Mal erstattete von Hebel seinen Bericht als Sparkassenchef vor dem Herzogenauracher Stadtrat. Er berichtete von gestiegenen Kundeneinlagen (auf 5,5 Milliarden Euro), was einerseits den Ertrag wegen der Negativzinsen belaste, andererseits aber das hohe Vertrauen der Kunden in die Sparkasse zeige.

Mehr Privatkunden

Für das Jahresergebnis 2020 kündigte der Redner damals an, dass der Zuwachs an Privatkunden weiter anhalte. Auch bei den Kundenkrediten habe man einen ordentlichen Zuwachs verzeichnet, so dass es zum Zeitpunkt des Berichts das Ziel war, die Vier-Milliarden-Grenze "heuer noch zu knacken".

Im Jahr 2019 wurde ein Jahresüberschuss von 8,3 Millionen Euro erzielt und die Sparkasse zahlte Gewerbesteuer in Höhe von 6,1 Millionen Euro. Von Hebel führte auch aus, dass der durchschnittliche Zinssatz in der hiesigen Region deutlich niedriger sei als der Bayernschnitt, "wir verleihen unsere Kredite billiger". So habe die Sparkasse Erlangen auch das zweithöchste Kreditvolumen in ganz Bayern.

Zum Jahresende 2020 erwartete von Hebel einen "vorsichtigen Jahresüberschuss". In einem Ausblick in die Zukunft prophezeite er, dass die Niedrigzinsphase anhalten werde. Wie sich die Corona-Krise auswirkt, habe man aber noch nicht realistisch einschätzten können. In der weltweiten Prognose komme Deutschland besser als andere Länder weg, doch die Krise "trifft auch uns hart".

Erstmals Videobotschaft

Freilich haben sich die Begleitumstände der Corona-Pandemie aufs tägliche Geschäftsleben ausgewirkt. Vorübergehend mussten zum ersten Lockdown kleinere Geschäftsstellen geschlossen werden, andere passten ihre Geschäftszeiten an. Und als Vorstandsvorsitzender habe er "erstmals in meinem Leben eine Videobotschaft an die Mitarbeiter gesendet", sagte er.

Spendensammlungen

Johannes von Hebel sprach die beiden Stiftungen an, die Spenden in einer Höhe von insgesamt 1,6 Millionen Euro an rund tausend Einrichtungen ausbezahlt hätten. Seit April 2019 gebe es das Spendenportal, das 420 000 Euro für 367 Projekte eingesammelt habe. Die Durchschnittsspende habe 129 Euro betragen. Das Fazit des Sparkassenchefs: Die Spendensammlungen waren ein großer Erfolg.