Adelsdorf — Spontanen Anklang bei Bürgermeister Karsten Fischkal fand am Mittwochabend bei der Gemeinderatssitzung ein Antragspunkt der SPD-Fraktion: Gemeinderat Jörg Bubel schlug in diesem Antrag die Erstellung einer jahresübergreifenden Planung zur Sanierung beziehungsweise Generalsanierung der Gemeindestraßen vor. Im gleichen Atemzug erklärte er dann, dass bisher zu wenig getan worden sei.

Dem widersprach Thomas Wolf vom Technischen Bauamt mit der Aussage: "Wir haben seit 2015 nicht ganz geschlafen. Wir haben 9,2 Kilometer Straße mit einer neuen Decke versehen, 1,5 Kilometer saniert und 4,1 Kilometer neu gebaut. Das entspricht einer Investitionssumme von 1,5 Millionen Euro."

Sein Vorschlag wäre, ein videogestütztes Analyseverfahren anzuwenden, das mit künstlicher Intelligenz ausgewertet wird. Dies würde jährlich mit 7000 bis 10 000 Euro zu Buche schlagen. Allerdings erst ab dem Jahr 2024, was Gemeinderat Bubel aber nicht gutheißen mochte: "2024 ist zu lange hin. Es ist wichtig, dass die Löcher auf der Straße vor dem Winter gestopft werden."

"Es ist ja nicht so, dass wir nichts machen", sagte Bürgermeister Fischkal, und Wolf ergänzte: "Wir haben knapp 71 Straßenkilometer innerorts und an Gemeindeverbindungsstraßen. Wir haben zurzeit nicht das Geld, und wir würden auch nicht die Baufirmen kriegen."

Gemeinderat Ralf Olmesdahl (ABWI) konnte sich dennoch nicht mit der Wartezeit bis 2024 anfreunden: "Die Straßen werden im aktuellen Zustand nicht besser, wenn wir sie unberührt lassen", erklärte er.

"Das machen wir nicht", meldete sich Wolf sofort zu Wort. "Wir geben jedes Jahr 35 000 Euro für Maßnahmen aus. Es entsteht der Eindruck, dass wir bis 2024 außer dem Oberdorf nichts machen, aber dem ist nicht so. Wir laufen ja nicht blind durch die Gegend, der Bauhof sieht das schon. Die circa 40 000 Euro können wir uns sparen, ohne dass unser Straßennetz darunter leidet."

Sanierungsstau befürchtet

"Das Problem mit der Straßensanierung besteht ja nicht erst seit Jahren, sondern seit Jahrzehnten, so dass wir ein Sanierungsproblem haben", erklärte Gemeinderat Michael Auer (Grüne). Er wünschte sich Informationen, wo genau die schlechten Straßen sind. "Eine Generalsanierung findet nicht statt, der Stau wird uns mal auf die Füße fallen."

Gemeinderat Bubel wünschte sich eine Aufstellung, welche Maßnahmen wann geplant sind.

Bürgermeister Fischkal schlug vor, den Sanierungsplan der Firma Rödl & Partner ins Ratsinformationssystem einzustellen.

Gemeinderat Bubel hätte auch gerne den Haushalts- und Finanzplan dazu, worauf Bürgermeister Fischkal erwiderte, dass dies einfach werde, diese stünden nämlich bereits drin.

Der zweite Antrag der SPD-Fraktion bezog sich auf die Information und Einbeziehung des Gemeinderates und der Anwohner bei der Planung der Generalsanierung des Oberdorfes. "Der Auftrag wurde an die GBI vergeben", erklärte Bürgermeister Fischkal. "Dann kam ein Antrag der SPD, dass man nicht einverstanden sei. Das hat eine Zeitverzögerung gebracht. Wir reden hier von einem großen Projekt, von 12 Millionen Euro. Eine Präsentation für die Gemeinde ist geplant."

Probleme bei der Schwimmhalle

Was die Sanierung der Schwimmhalle betrifft, so liegt man laut Fischkal zwar im Zeitplan, was das Dach betrifft, "aber es ist was passiert, das uns zu denken gibt", berichtete der Bürgermeister: "Wir mussten leider feststellen, dass im Becken Rost drin ist. Wir sind dabei, zu eruieren, wo das herkommt."

Gemeinderat Norbert Lamm (SPD merkte an, dass es sich um ein Stahlbecken V4 handele, und hakte nach, wo genau der Rost sitzt und ob der Rost schon vorher da war oder erst jetzt entstand, wo das Becken doch seit Monaten leer sei.

"Es sind ein Teil der Fläche und Nieten betroffen", gab Bürgermeister Fischkal Auskunft. Genauere Untersuchungen stünden noch aus, "denn wir haben ein Betretungsverbot wegen des einsturzgefährdeten Daches".