Das Anfang November 2007 zerbrochene Steinkreuz beim Pinsenhof steht nach der Restaurierung jetzt wieder auf seinem angestammten Platz. Vermutlich war der Stein von einem Traktor gerammt und beschädigt worden (wir berichteten mehrfach ausführlich).
Restaurator Clemens M. Muth hat das gute Stück mit seinem Sohn Lucian zwischen Pinsenhof und Haaghof platziert. Die offizielle Einweihung mit Dekan Hans Roppelt und Pfarrer Peter Ahrens ist für Samstag, 30. Juni, um 11 Uhr terminiert.


Auf stabilem Fundament

Kreisheimatpfleger Harald Stark, Peter Weith vom Verein der Freunde der Plassenburg und Bürgermeister Stephan Heckel-Michel verfolgten die Aufstellung. Stark freute sich, dass der Stein jetzt auf einem stabilen Fundament steht - "wir hoffen, für die nächsten 500 Jahre".
Die Restaurierung sei Dank der Unterstützung des Vereins Freunde der Plassenburg zustandegekommen. Nach einem Spendenaufruf seien rund 1500 Euro zusammengekommen. "Ich muss sagen, es ist ein ganz tolles Teil", freute sich der Kreisheimatpfleger über die gelungene Aktion.
Er ging kurz auf den historischen Aspekt des Steinkreuzes ein: "Sagen sind natürlich das Eine: So soll die Weiße Frau von der Plassenburg in Richtung Himmelkron auf Knien vorbei gerutscht sein."
Es gebe aber auch andere Berichte, wonach im 30-jährigen Krieg ein Schwede oder sonst irgendein Plünderer im Pinsenweiher ersoffen ist. "Und andere Berichte sagen, er wäre im Erdboden versunken. Das kann man auch gut nachvollziehen, denn das Gelände hier ist sehr sumpfig." Aber tatsächlich sei es ein mittelalterliches Sühnekreuz. Die Vorübergehenden sollten animiert werden, für die armen Seelen im Fegefeuer zu beten. Das sei der Hauptgrund, warum man solche Steine aufgestellt habe, so Stark.


Auf Knien vorbeigerutscht?

Es ranken sich aber noch weitere Sagen um diesen Stein. So soll an dieser Stelle ein Schneider vom verschmähten Liebhaber seiner Geliebten ermordet worden sein.
Der Vorsitzende der Freunde der Plassenburg, Peter Weith, war zufrieden: "Mir gefällt vor allem der Aspekt, dass da vielleicht die Weiße Frau auf Knien vorbeigerutscht ist."
Die Gemeinde Ködnitz, so Bürgermeister Stephan Heckel-Michel, habe die Aktion mit den notwendigen Arbeiten beim Fundament unterstützt und auch die Baggerarbeiten beim Aufstellen übernommen.