Sie sind der Inbegriff des romantisierten Mittelalters: Burgen, deren Ruinen und Burgställe. Komplett erhalten, verfallen oder nur noch erahnbar, fungieren sie als imposante Zeugnisse der Geschichte – auch im Landkreis Haßberge. Besonders im Nord-Osten, zwischen Königsberg, Ebern und Burgpreppach, sind viele der historischen Bauwerke zu finden. Daher kommt auch der Name "Deutscher Burgenwinkel". Der zeichnet sich durch besondere Ruinen aus.

Burg Rotenhan östlich von Eyrichshof ist beispielsweise eine der wenigen echten Felsenburgen Süddeutschlands, deren Überreste noch erhalten sind. Einige Baukörper schlugen die Erbauer direkt aus den vier Bundsandsteinblöcken vor Ort. Das namensgebende Adelsgeschlecht der Familie von Rotenhan bewohnte seinen Stammsitz allerdings nur bis zur Zerstörung durch den damaligen Würzburger Fürstbischof - anschließend entstand Schloss Eyrichshof. Eine Burg, die nach wie vor von einem Zweig der Adelsfamilie bewohnt wird, ist die Südburg in Lichtenstein. Als Ganerben teilten sich die Rotenhans bereits vor Jahrhunderten die Burg mit anderen Familien. Um die Privatsphäre der Nachfahren zu schützen, ist die Burg nicht zugänglich. Die Ruine Lichtenfels – in unmittelbarer Nachbarschaft – hingegen ist für Besucher geöffnet. 130 Meter über dem Talgrund der Weisach gelegen, zeugt die Ruine noch heute von einer Burgstruktur mit integrierten Felsen. Die Ersterwähnung des mittelalterlichen Monuments datiert auf das Jahr 1232. Dem namensgebenden Adelsgeschlecht diente der befestigte Stammsitz als Wohnstätte und zu Repräsentationszwecken. Repräsentativ wirkt auch die Burg Königsberg. Sie wurde um 1200 als Reichsburg erbaut, jedoch ab 1720 dem Verfall überlassen. Durch den Einsatz des 1921 gegründeten Vereins Schlossberg-Gemeinde ist sie heute wieder in einem sehr guten Zustand. Das Herzstück des Burgenwinkels ist jedoch die Burgruine Altenstein. Die starken Wehranlagen der hochgelegenen Burg waren einst die Antwort auf den vermehrten Schusswaffengebrauch im Spätmittelalter. Sie sind teilweise noch erhalten. Ebenso die Burgkapelle, die als Meisterwerk der fränkischen Spätgotik gilt.

Außerhalb des Burgenwinkels, im Steigerwald, thront die Wallburg. Während der Abbruch des Mauerwerks bereits 1777 erfolgte, ist der einstige Bergfried noch immer das Wahrzeichen Eltmanns.