Der Seniorenbeirat der Stadt Haßfurt setzt sich seit Jahren für die Belange der Senioren und insbesondere für die Barrierefreiheit ein. Er hat bislang sehr viel erreicht. Doch manchmal stößt er auch auf taube Ohren. Wie beispielsweise bei der katholischen Pfarrei St. Kilian und deren Kirchenverwaltung. Denn diese lehnt es derzeit ab, den westlichen Eingang der Pfarrkirche in Haßfurt für Rollstuhlfahrer oder für Menschen mit Rollator umzugestalten.
In der jüngsten Sitzung des Gremiums im alten Rathaus verlas der Zweite Vorsitzende Hans Weber den jüngsten Brief der Kirchenverwaltung. Darin heißt es unter anderem, dass man dieses Thema in den vergangenen Jahren mehrfach diskutiert habe. Um den Haupteingang der Kirche umzubauen, wären drei aufeinander abgestimmte Elektromotoren für die Türen sowie zwei Taster notwendig. Gleichzeitig müssten die Türen auch von Hand ohne Motorhilfe zu öffnen sein. Dies wäre sehr störanfällig. Außerdem wäre ein fünfstelliger Betrag für den Umbau erforderlich, den die Kirchenverwaltung nicht stemmen könne. Auch Zuschüsse könnten das Problem nicht lösen, zumal die Diözese Würzburg keinen Fördertopf habe.


Michael Schulz ist enttäuscht

Eventuell könne man den Umbau im Zusammenhang mit der Renovierung der Fassade und des Daches einplanen. "Enttäuscht" zeigte sich der kommunale Behindertenbeauftragte der Stadt Haßfurt, Michael Schulz, von dieser erneuten, ablehnenden Haltung. Denn die Kirchenverwaltung habe ja noch nicht einmal die vorgeschlagenen Hilfsorganisationen wie den Lions Club oder die Rotarier um Zuschüsse gebeten, obwohl diese zur Unterstützung solcher Anliegen bereit wären.
Positiv hingegen sei die Zusammenarbeit mit der Stadt berichtete Schulz. So sei die neue, barrierefreie Bushaltestelle in Wülflingen sehr gut gelungen, und die neue Bushaltestelle in der Sailershäuser Straße werde ebenfalls dementsprechend geplant. Auch werde nach den Sommerferien der Aufzug im Rathaus eingebaut und die Ausschreibungen für die barrierefreien Übergänge zum Marktplatz und in die Häckergasse seien im Gange. Schulz erinnerte an die gelungene Aktion der Lebenshilfe Haßberge, des Vereins "Lebenstraum" und der Rummelsberger Diakonie, bei der Schüler der Mittelschule sich mit den Themen Behinderung und Barrierefreiheit beschäftigt und ihre Ergebnisse dem Seniorenbeirat zur Verfügung gestellt hatten. "Es ist schön, dass sich die Schüler in behinderte Menschen hineinversetzt und Gedanken dazu gemacht haben, wie man ihnen helfen könnte", sagte Schulz.
Leider seien manche Hindernisse wie Treppen vor Geschäften nicht so leicht abzubauen. Als ärgerlich bezeichnete Michael Schulz den neuen Notdienst der Apotheken, an dem auch ein Gespräch mit den Apothekern nichts geändert habe.
Die Vorsitzende Eva-Maria Schwach erinnerte an Spielenachmittage, Ausflüge und Konzerte. Da sich der Bund der Ruhestandsbeamten Haßfurt auflöste, wurden deren Vertreterinnen Anneliese Gräf und Helma Karcher verabschiedet. Schwach verwies auf den Vortrag "Gesund mit Darm" mit Michaela Axt-Gadermann am 22. Oktober, 19.30 Uhr, in der Stadthalle.
Klaus Kassulke teilte mit, dass der Vorstand des VdK-Ortsverbands Haßfurt zurückgetreten und sowohl Ute Schwach wie er selbst nur noch kommissarische Vertreter im Seniorenbeirat seien. Hans Weber informierte über das neue Landespflegegeld.