Bei der Jahreshauptversammlung des St.-Kilian-Vereins Hallstadt blickte Erster Vorsitzender Markus Zirkel auf ein insgesamt sehr gutes Vereinsjahr zurück. Im Mittelpunkt stand die Reorganisation der Strukturen des Vorstandes, da bei den letzten Neuwahlen einige Schlüsselfunktionen neu besetzt worden waren. Nach einer überfälligen Bereinigung der Mitgliederliste zählt der St.-Kilian-Verein Hallstadt noch immerhin 386 Mitglieder und bleibt der zahlenmäßig stärkste Männerverein im Erzbistum Bamberg.
Bedingt durch sein großes Helferpotenzial konnten alle Veranstaltungen im Vereinsjahr 2017 erfolgreich durchgeführt und abgerechnet werden. Durch die vom Verein durchgeführten Benefizveranstaltungen zugunsten des Missionsprojektes "Die Kinder von Cali" in Kolumbien und weiteren sozialen und kirchlichen Projekten in Hallstadt und Gößweinstein wurden insgesamt 3000 Euro Reinerlös gespendet. Eine der wesentlichen Aufgaben, so Zirkel weiter, bleibe die Pflege und der Erhalt der Kreuzwegstationen am Kreuzberg. Mit insgesamt über 200 Stunden Einsatz widmeten sich die Aktiven diesem immer wieder herausfordernden Amt.


Vereinfahnen entehrt

Schwer zu schaffen machte dem Verein die mutwillige Verschmutzung der Vereinsfahnen durch Unbekannte im vergangenen September. Die Kosten für die Restaurierung der mit Blut besudelten Fahnen beliefen sich auf rund 2000 Euro. Als bitterer Nachgeschmack bleiben die Blutflecke auf der Vereinsfahne von 1972. Aufgrund der Beschaffenheit der Stoffe ist diese nicht mehr zu reinigen.
Der Kassenbericht von Klaus Löffelmann wurde von der Versammlung wohlwollend mit der Entlastung zur Kenntnis genommen. Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf überbrachte die Grüße des Stadtrates und der Verwaltung und dankte dem Verein für sein Engagement.
Präses und Dekan Christoph Uttenreuther erinnerte daran, dass der Verein in den Zeiten des Kulturkampfes im 19. Jahrhundert gegründet wurde, und zog Parallelen zur gegenwärtigen emotionalen Lage in der Gesellschaft. Anhand eines realen Beispiels aus unserer Region schilderte er die persönliche Geschichte eines Geflohenen aus dem Iran, der in Deutschland aus Überzeugung und dem Ideal der Gewaltfreiheit vom Islam zum Christentum konvertiert ist. Schließlich verbrachte dieser Mann einige Monate in einem Kirchenasyl, um seine Abschiebung zu verhindern. Am Ende seines Weges habe nun ein Gericht entschieden, dass die Gründe, Christ zu werden, nicht der These der Gewaltfreiheit entsprächen. Uttenreuther sah hier einen Verstoß des gesetzlichen Grundsatzes der Trennung von Staat und Kirche.
Zum Abschluss der Versammlung bezeichnete es Markus Zirkel als ehrenvolle Aufgabe des Vorstandes, das 150. Vereinsjubiläum im Jahr 2022 vorbereiten zu dürfen. mz