Anette Schreiber

Wenn's doch heiß ist! Abkühlung suchte am Samstag ein 43-Jähriger im Ellerbach in Naisa. Allerdings hatte er dabei die gesamte Kleidung abgelegt. Erst so nach und nach offenbarte sich unserem geschätzten FT-Mitarbeiter Joseph Beck, der zufällig vor Ort war, was es da auf sich hatte.
Zuerst einmal nahm der Mitarbeiter bei seiner Fahrt durch den Litzendorfer Ortsteil Naisa viele schöne bunte Luftballons wahr: Ein Kosmetik-Geschäft machte damit auf seine Eröffnung aufmerksam. Wie schön und passend, dachte sich der Mann. Dann fiel ihm eine kleine Menschenansammlung am Bachlauf auf, er folgerte, es mussten wohl Gäste der Eröffnungsfeier sein.


Beautybehandlung?

Doch wie passte da der Streifenwagen ins Bild? Eine Beauty-Behandlung für bayerische Beamte und das während der Dienstzeit? Das konnte doch nicht sein! Der Journalist stieg tiefer in die Recherche ein, wendete und sah sich die Szene noch einmal genauer an.
Und siehe da, er erblickte einen weiteren Akteur: Ein Mann stand inmitten des Ellerbachs und sprach mit den Polizisten. Erleichterung. Doch nicht im Beautysalon, hätten sie auch gar nicht nötig gehabt!
Aber warum sprechen die Beamten mit einem Mann, der mitten im Bach steht? Unser V-Mann ging es offensiv an und ging seinerseits in die Befragung: beim Umfeld. Da erfuhr er, dass der Mann im Bach zuvor darin gebadet hatte, allerdings unbekleidet. Und genau das brachte die Beamten ins Spiel.
Wie sich später herausstellte, hatten Anwohner die Polizei gerufen, weil man nicht wusste, wie man dem Nacktbader klarmachen sollte, dass im Ellerbach und auch sonst in der Öffentlichkeit Nacktbaden weder üblich noch gestattet ist.
Die FT-Nachfrage bei Markus Dotterweich, Sprecher der Polizeiinspektion Bamberg-Land ergab, dass es sich beim Nacktbader um einen Mann aus Eritrea handelte, der sich nach Erläuterung der Badevorschriften einsichtig zeigte und das Gewässer angezogen verließ. Ob ihm nun Bach oder Belehrung mehr Abkühlung brachte, konnte nicht geklärt werden.


Selbst abgekühlt

Der FT-Mitarbeiter hat sich am Ende der Geschichte daran erinnert, wie froh er war, als er bei einem Auslandsurlaub ein erfrischendes Gewässer zwecks Abkühlung aufsuchte. Bekleidet, nehmen wir mal an.
Polizeisprecher Dotterweich merkt zum Abschluss an, dass es sich um den ersten derartigen Fall handelt, der ihm bekannt ist. An die Bevölkerung gerichtet empfiehlt er, sich immer gerne an die Polizei zu wenden, wenn einem etwas komisch vorkommt. "Wir sind froh, wenn die Leute anrufen, wenn sie ungewöhnliche Dinge wahrnehmen." Selbst bei Hinweisen auf Nacktbader.