Jahr für Jahr kehrt, wenn der Marktgemeinderat in Zapfendorf über den Haushalt berät, ein Thema wieder: das Schwimmbad. Denn mit dem Freibad "Aquarena" macht Zapfendorf jährlich Verluste. Und auch andere Bäder sind Zuschussbetriebe. Was muss passieren, damit sie erhalten bleiben können? Mehrere Bürgermeister aus Ober- und Unterfranken haben sich bereits vor der Corona-Krise zusammengeschlossen und mehr staatliche Unterstützung gefordert. Das Problem dürfte sich durch die Entwicklungen in den vergangenen Tagen noch weiter verschärft haben.

Die Stadt Hallstadt profitiert von hohen Steuereinnahmen, insbesondere aus der Gewerbesteuer. Und kann sich damit leisten, das Freibad jährlich mit einem hohen sechsstelligen Betrag zu subventionieren. Auch der Markt Zapfendorf legt pro Jahr einen sechsstelligen Betrag drauf. Große Sanierungsmaßnahmen nicht eingeschlossen.

Und eben jene Sanierungen können viele Kommunen finanziell nicht mehr schultern. In Zeil wurde im Sommer das Hallenbad geschlossen. Denn die Stadt konnte sich umfangreiche Sanierungen über die Jahre nicht leisten, so dass nun nur noch ein Neubau infrage käme. Der ist mit sieben bis acht Millionen Euro nicht nur sehr teuer, die Kosten überschreiten auch die maximale Fördersumme von 4,5 Millionen Euro. Zwar beträgt der Fördersatz bis zu 90 Prozent, durch die Überschreitung aber würde Zeil drei bis vier Millionen Euro selbst tragen müssen - zu viel für die Stadt.

Sanierungsbedarf gibt es auch in Scheßlitz. Bürgermeister Roland Kauper rechnet mit rund 500 000 Euro für die Neugestaltung von Umkleiden, Duschen und Toiletten sowie ein neues Dach. Auch Filteranlage, Zuleitungen und Pumpen müssen erneuert werden, ebenso das Kinderplanschbecken.

Auch in Knetzgau steht die Sanierung des Schulschwimmbades an. Die Kosten sind von der Kommune allein nicht zu schultern. Rund 2,5 Millionen Euro sind veranschlagt. "Wir benötigen dringend die Unterstützung von Bund und Land. Allein können wir Kommunen diese Bäder nicht sanieren und unterhalten", sagt Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus.

Was wäre für die Kommunen, die ein Bad betreiben, wichtig? Zapfendorfs Noch-Bürgermeister Volker Dittrich fasst zusammen: "Wir brauchen dringend hohe Fördersummen und -quoten, die dann aber auch für die Sanierung aller Bereiche eines Schwimmbads gelten, ohne Ausnahmen. Das bedeutet: Auch Umkleiden oder Grünflächen sollten nicht ausgenommen werden. Außerdem wäre eine weitere wesentliche Unterstützung, Zuschüsse für laufende Kosten zu erhalten."

Wo sollen die Kinder üben?

Bischbergs amtierender Bürgermeister Johann Pfister erklärt, dass alle Kommunen, die öffentliche Bäder betreiben, Defizite tragen, obwohl nicht nur die eigenen Bürger davon profitieren. Und noch ein Punkt ist wichtig: Nach einer Umfrage sind fast 60 Prozent der Zehnjährigen heute keine sicheren Schwimmer mehr. Die Kinder lernen nicht mehr schwimmen, zum Teil auch weil die Bäder fehlen.