Der Bayerische Soldatenbund (BSB), Kreisverband Kronach, hielt seine Frühjahrsversammlung im Gasthaus Buffn Schorsch in Welitsch ab. Dabei wurde deutliche Kritik am ehrenamtlichen Einsatz laut. So lassen sich selbst am Volktrauertag kaum noch Teilnehmer an den Mahnwachen finden.
Der Ortsvorsitzende des Soldatenkameradschaftsbundes Welitsch (SKB), Dieter Keiner, begrüßte die Gäste. Nach den Informationen durch Kreisvorsitzenden Reinhard Schülein stand der Bericht von Reservistenbetreuer Wolfgang Förtsch an. Er ging mit nachdenklichen Worten auf die jetzige Situation der Bundeswehr und der Reservisten ein. Nach dem Wegfall der Wehrdienstpflicht im Jahr 2011 sei die Zahl der Reservisten zwangsläufig geschrumpft. Aber auch die Soldatenkameradschaften registrierten Mitgliederrückgänge. Die Bundeswehr befinde sich in einem bedauernswerten, schlechten Zustand, was die technische Ausrüstung betrifft, so der Oberfeldwebel der Reserve.


Rückbesinnung gefordert

Es sei an der Zeit, an die Kernaufgaben der Soldatenkameradschaften zu erinnern. Dazu zähle neben der Pflege der Kameradschaft und dem Erhalt des Andenkens der Gefallenen auch die Betreuung und Unterstützung von Kriegsgeschädigten. Aber auch den Kriegerwitwen und den Hinterbliebenen gelten die Fürsorge und das soziale Engagement dieser Vereinigungen. Diesen Verpflichtungen nähmen sich die Soldatenkameradschaften an, was Respekt verdiene.
Förtsch bedauerte aber das nachlassende Engagement, vor allem wenn es um Ehrenaufgaben am Volkstrauertag an den Ehrenmalen gehe. Es sei schwer, noch einige Idealisten zu finden, die sich bereit erklärten, eine halbe Stunde für eine Mahnwache zu opfern.
Am Ehrenmal in Brauersdorf stehe die Aufschrift "Unwürdig die Nation, die ihre Helden vergisst!". Dieser Spruch solle daran erinnern, dass die Vorfahren für ihr Vaterland im Krieg gefallen sind oder schwer verletzt wurden. Wenn sie erleben müssten, dass die Nachkommen keine Zeit mehr für die Mahnung für Frieden und Freiheit finden, würden sie das nicht verstehen, spekulierte der Referent. Umso mehr müsse man den wenigen Mitgliedern dankbar sein, die sich heute noch ihrer Aufgabe und Pflicht erinnern und sich für die Pflege von Kriegsgräbern und Ehrenmäler sowie den Erhalt der Tradition einsetzen. Förtsch dankte besonders dem Kreisvorsitzenden Reinhard Schülein, der sich trotz Erkrankung weiter für den BSB-Kreisverband engagiere.
Für den verhinderten Schießwart Werner Bieberstein sprach Wolfgang Romig. Er unterstrich die Worte des Reservistenbetreuers. Vor 20 Jahren waren demnach noch 136 Mitglieder im BSB-Kreisverband organsiert, heute sind es nur noch 77.


Probleme mit Übungen

Für heutige Reservisten sei es schwer, an Schießübungen teilzunehmen, da entsprechende Anlagen weit entfernt seien, so Romig. Daher habe er Verständnis dafür, wenn das Interesse an den Schießübungen nachlasse. Dennoch werfe man die Flinte nicht ins Korn. In Rothenkirchen halte man die Tradition eines alljährlichen Biwaks aufrecht und pflege eine gute Kameradschaft mit den SK im Kreisverband Kronach.
Die SK Friesen stellte ihre beiden neuen Vorsitzenden vor: Jan Kraus (Erster Vorsitzender) und Armin Zwingmann (Zweiter Vorsitzender).
Neuer Zweiter Vorsitzender der SK Marienroth ist Norbert Schülein. Der Vorsitzende der SK Langenau, Hans Reier, regte an, in Langenau eine Serenade abzuhalten. eh