Die Naturstrom-AG hat in Uttenreuth (Kreis Erlangen-Höchstadt) die letzte Ausbaustufe des Solarparks ans Netz gebracht. Die gemeinsam mit drei Bürgerenergiegesellschaften realisierte Anlage entstand auf dem ehemaligen Munitionsdepot der US-Armee im Sebalder Reichswald.

Die Anlage wird als Lieferkraftwerk in das regionale Stromangebot "Bavariastrom" eingebunden und versorgt damit die Menschen direkt vor Ort mit Solarstrom. Mit den ergänzten 3,5 Megawatt-peak (MWp) Photovoltaik-Leistung kommt die Anlage nun nach Unternehmensangaben auf 7,2 MWp, die etwa 7,3 Millionen Kilowattstunden Solarstrom erzeugen können - das entspricht laut Pressemitteilung dem Bedarf von circa 2300 Dreipersonenhaushalten und spart über 3100 Tonnen CO2 . Das Gelände umfasst eine Fläche von rund 14 Hektar.

"Die Energiewende schafft echte Mehrwerte, wie unser Solarpark Uttenreuth wieder einmal unter Beweis stellt. Die Nutzung und Aufwertung einer Konversionsfläche führt zudem direkt vor Ort zu einer unmittelbaren ökologischen Verbesserung", freut sich Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender der Naturstrom-AG.

Die Realisierung der Anlage wurde gemeinsam mit drei Energiegenossenschaften vorangetrieben. Die Bürgerenergiegenossenschaften Ewerg aus Erlangen und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt, die Bürger-für-Bürger-Energie (BFB) aus dem Landkreis Forchheim und die KEG (Die Klimaschützer) sind an dem Projekt beteiligt. Die drei Genossenschaften stehen für über 400 Bürger, die damit Eigentümer von Teilen der Anlage sind.

Für Barbara Gabel-Cunningham aus Neunkirchen am Brand, Vorstandsmitglied der BFB, ist die Anlage von großer Bedeutung: "Der fortschreitende Klimawandel macht den Umstieg auf erneuerbare Energien immer dringlicher."

Gelände des US-Militärs

Durch das ungewöhnliche Baugrundstück gestaltete sich die Planung komplex und dauerte mehrere Jahre. Das Areal war als ehemaliges Gelände des US-Militärs zunächst gemeindefrei. Vor der Realisierung des Projektes musste daher zunächst eine Eingemeindung erfolgen, damit überhaupt ein Bebauungsplan aufgestellt werden konnte. Die Gemeinde Uttenreuth und die Bayerischen Staatsforsten, auf deren Gebiet die Anlage liegt, machten die Umsetzung durch ihre Unterstützung erst möglich.

Da das Gelände vermutlich auch als Depot für ABC-Waffen gedient hatte, musste das Areal zudem von Altlasten gesäubert werden. Die Aufschüttung sauberer Erde auf dem Gelände sorge laut Naturstrom-Angaben für eine ökologische Aufwertung. Das eingezäunte Gelände wirke damit nicht nur klimaschützend, sondern schaffe auch einen Rückzugsraum für Pflanzen und Kleintiere.

Die Naturstrom-AG wurde 1998 in Düsseldorf gegründet und versorgt mehr als 280 000 Haushalte, Unternehmen und Institutionen mit Strom, Biogas und Wärme. Mehr als 400 Mitarbeiter arbeiten an 13 Standorten. red