Im letzten Jahr hatten die Klimaschutzmanager der Metropolregion Nürnberg das Projekt entworfen und innerhalb der Fastenzeit für die Reduktion der Treibhausgase geworben. Hierbei wurden unterschiedlichste Maßnahmen vorgestellt, um die persönliche CO2 -Bilanz zu verbessern.
Die zweite Runde der Fasten-Staffel mit erweitertem Teilnehmerkreis geht zu Ende und hinterlässt mit über 100 Blogbeiträgen jede Menge Erfahrungsberichte und Erkenntnisse. Während der sechs Themenwochen nahmen sich die Teilnehmer Fastenvorsätze für die Bereiche Konsum, Energiesparen, Ernährung, Gebäude/Erneuerbare, Abfallvermeidung, Mobilität vor und berichteten von ihrer Umsetzung auf der eigens errichteten Internetseite www.co2fasten.wordpress.com.
So entstand ein bunter Mix aus Ideen und Tipps für einen nachhaltigeren Lebensstil - es wurde in der Fastenzeit auf Wegwerfbecher und den Wäschetrockner verzichtet, der Fleischkonsum reduziert und das Auto stehen gelassen und dafür das Fahrrad, E-Bike oder gar die Skateboards benutzt. Ein besonderer Höhepunkt waren die vegetarischen und veganen Rezepte von Norbert Heimbeck.
Aus dem Landkreis Forchheim hat zunächst das Bioenergiedorf Willersdorf sein Nahwärmeprojekt vorgestellt. Hier wird mit der Abwärme einer Biogasanlage der Großteil des Ortes geheizt. Das Besondere am Projekt in Willersdorf: Die Dorfgemeinschaft hat in einem ehrenamtlichen Akt das Nahwärmenetz selber errichtet. Hierfür fasten die Willersdorfer jetzt nicht nur zur Fastenzeit CO2 , sondern das ganze Jahr über. Ein Höhepunkt war auch der Titel des Blog-Beitrages aus Willersdorf: "Aus einer Bierlaune heraus 250 000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart!"


Gemeinsam Auto nutzen

Im Rahmen der Themenwoche "Mobilität" hat die Bürger-für-Bürger-Energiegenossenschaft ihr Carsharing-Projekt in Neunkirchen am Brand vorgestellt. Der 2017 in Betrieb genommene Stützpunkt am alten Bahnhof beheimatet zurzeit ein Elektrofahrzeug, das sowohl von Mitgliedern als auch von weiteren Interessierten genutzt werden kann. Der elektrisch angetriebene Renault Zoe hat eine realistische Reichweite von 300 Kilometern.
Zielgruppe des Projektes sind Personen, die ihr eigenes Auto nur wenig nutzen oder diejenigen, die flexibel ein weiteres Fahrzeug zubuchen möchten. Gebucht wird das Fahrzeug über die Internetplattform www.bfb-energie.de. Die Stunde Fahrzeugnutzung kostet zwischen drei und vier Euro. "Die Projekte aus dem Landkreis Forchheim sind Maßnahmen, die auch in andere Landkreise übertragen werden können. Es sind realistische Beispiele, wie wir den Klimaschutz voranbringen können", freut sich Klimaschutzmanager Dominik Bigge, der die Beiträge aus dem Landkreis für die Fasten-Staffel mobilisiert hatte.


Jahresbudget aufgebraucht?

Im vergangenen Jahr hatte Deutschland bis zum 3. April sein gesamtes CO2 -Budget für 2017 aufgebraucht. Hauptverantwortlich waren und sind die Mobilität mit Auto und Flugzeug, die Energieversorgung, aber auch Konsum und Landwirtschaft.
Der Teilnehmerkreis 2018 war breitgefächert. Neben Freizeitorganisationen wie einer Skate-Initiative aus Herzogenaurach, Fußballvereinen oder Pfadfindern beteiligten sich auch Institutionen aus dem sozial-ökologischen Bereich. Aus dem Kreis der bekannten Persönlichkeiten brachten sich unter anderem Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg und Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens aus Erlangen ein.
Allen Beiträgen war anzumerken: Es geht beim Klimaschutz eben nicht nur um Effizienz, sondern vielmehr um persönlichen Wandel. red