Auch in diesem Jahr hat die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg wieder des versuchten Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli gedacht. Schüler der Klasse 9c der Graf-Stauffenberg-Realschule mit ihrer Lehrerin Verena Heinrich gestalteten die Feier mit einem "Gallery-Walk" mit. Musikalisch umrahmte sie Hauptfeldwebel Mathias Müller vom Heeresmusikkorps Veitshöchheim auf der Trompete.

Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) begrüßte am Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage im Bamberger Harmoniegarten die Mitglieder der Aron-Gesellschaft, Dritten Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD), Stadträte, rund zwanzig Besucher und besonders die stellvertretende Vorsitzende der Willy-Aron-Gesellschaft, Mechtildis Bocksch. Der OB erinnerte an den bedeutenden Tag in der deutschen Geschichte, als vor 76 Jahren mutige Frauen und Männer sich erhoben, um Deutschland von der nationalsozialistischen Diktatur Adolf Hitlers zu befreien.

"Wir wollen ein Andenken bewahren an diejenigen Menschen, die sich trotz einer brutalen Gewaltherrschaft ihre Menschlichkeit nicht haben nehmen lassen. Sie hörten auf ihr Gewissen und traten aus der schweigenden Masse hervor", sagte der Oberbürgermeister und erinnerte, dass die meisten dieser charakterstarken Menschen dafür mit ihrem Leben bezahlen mussten.Da das Attentat scheiterte, wurden Claus Graf Schenk von Stauffenberg, Friedrich Olbricht, Albrecht Ritter Merz von Quirnheim, Werner von Haeften und Ludwig Beck noch in der Nacht des 20. Juli 1944 im Hof des Bendlerblocks in Berlin erschossen.

"Sie haben vor aller Öffentlichkeit gezeigt, dass Widerstand möglich war." Starke mahnte angesichts der steigenden rechtsextremen Straftaten in Deutschland, wachsam zu sein. Er forderte: "Es ist unsere Aufgabe, die Gruppe der Menschen um Graf Stauffenberg, die Bamberger Widerständler wie Willy Aron, Hans Wölfel und Thomas Dehler vor dem Vergessen zu bewahren und an das Ende und die Verpflichtung des Widerstands zu erinnern!" Starke schloss seine Rede mit dem klaren Bekenntnis zur Demokratie: "Das Grundgesetz ist für uns alle in Deutschland das Fundament eines geregelten Zusammenlebens in einer freiheitlichen und rechtsstaatlichen Demokratie. Auch dieses Bekenntnis verbindet uns und macht den 20. Juli zu einem der bedeutendsten Gedenktage in Deutschland."

Im Namen der Veranstalter sprach die stellvertretende Vorsitzende Mechtildis Bocksch. Sie dankte den Schülern für die Installierung des "Gallery-Walks". Die Jugendlichen hatten parallel zum Unterricht Werke geschaffen, mit denen sie ihre Gedanken und Ideen zu der damaligen, aber auch heutigen Zeit im Hinblick auf die Geschichte und den Rechtsextremismus ausdrückten. Auch Schulleiterin Andrea Welscher war von den Werken angetan und überlegt, sie für längere Zeit in der Schule auszustellen oder an andere Interessierte zu verleihen.

Zum Abschluss der Gedenkfeier legten Andreas Starke und Mechtildis Bocksch einen Kranz an der Stele von Graf Stauffenberg nieder und verneigten sich vor den mutigen Kämpfern.