Über einen Haushaltsüberschuss von 478 000 Euro kann sich die Stadt Seßlach freuen. Wie Kämmerer Fabian Leppert in der Stadtratssitzung am Dienstag bekannt gab, liegt der positive Saldo aus Einnahmen und Ausgaben um 436 000 Euro höher als ursprünglich veranschlagt. "Dies ist vor allem möglich, da die Gewerbesteuereinnahmen voraussichtlich um 300 000 Euro höher ausfallen, als zum Jahresanfang angenommen", sagte Leppert. Aber er warnte vor zu großer Euphorie. "Die gestiegene Rücklagenzufügung wird in den kommenden Jahren für große Investitionen, insbesondere im Infrastrukturbereich benötigt." Als Beispiele nannte er Kläranlage, Hochbehälter und Tiefbrunnen in Seßlach sowie weitere Kanal- und Wasserleitungsbauprojekte.

Gute Nachrichten gab es auch von einem einstigen Sorgenkind: Im fünften Jahr in Folge benötigt das Seßlacher Alten- und Pflegeheim keine Betriebskostenzuschüsse von der Stadt. "Die Flender'sche Spitalstiftung kann weiterhin aus eigener Kraft bestehen", sagte Leppert. Und das trotz eines "leichten Einbruchs von 60 000 Euro", bedingt durch Mehraufwendungen wegen der Corona-Pandemie. Der Schuldenstand soll zum Jahresende noch rund 1,183 Millionen Euro betragen. "Das ist eine sehr, sehr gute Entwicklung", kommentierte Bürgermeister Maximilian Neeb (FW). Sein Dank galt der Heimleitung und allen Mitarbeitern.

Beschlossen wurde die 17. Änderung des Flächennutzungsplans. Somit kann "Agrovoltaikanlage am Langen Rasen" in Dietersdorf angelegt werden. Zwei Stadträte stimmten dagegen.

Ein weiterer Beschluss macht aus dem früheren Mischgebiet "Lindachsteig - Nord IV" ein allgemeines Wohngebiet.

Zu Beginn der Sitzung wurde der neue Merlacher Ortssprecher Thomas Bösel vereidigt. bek