Retten, Löschen, Bergen, Schützen - vier einfache Worte, deren Bedeutung man erst richtig zu schätzen weiß, wenn man sich selbst in einer Notlage befindet. Zum Glück gibt es immer wieder Menschen, die sich in der Freiwilligen Feuerwehr engagieren - und das seit vielen Generationen. So auch in Wachenroth, wo man auf 140 Jahre freiwillige Feuerwehr zurückblicken kann. 140 Jahre, in denen unzählige Leben gerettet, Feuer gelöscht und Mensch, Tier, Hab und Gut geschützt wurden.
Nicht nur für die Feuerwehrleute ein Grund zu feiern, heißt es in einer Pressemitteilung, weswegen die gesamte Bevölkerung vom 8. bis 10. Juni ins Feuerwehrgerätehaus eingeladen ist, um die vergangenen 140 Jahre zu feiern.
Den Auftakt zum Festwochenende bildet das Kesselfleischessen am Freitag ab 18 Uhr. Am Samstag wird mit der Stimmungsband "Tutti Frutti" gefeiert - der Eintritt ist kostenlos und der Festbetrieb beginnt bereits ab 18 Uhr. Der Festsonntag beginnt mit einem Festgottesdienst um 9.30 Uhr mit anschließendem Frühschoppen und Mittagstisch mit "Die kleine Dorfmusik" aus Wachenroth. Nach Kaffee und Kuchen folgt der gemütliche Festausklang am Abend.
Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wachenroth beginnt wie die vieler anderer Wehren im 19. Jahrhundert. Bereits 1848 kaufte die Gemeinde Wachenroth die erste "Feuerlöschmaschine" - eine handbetriebene Feuerwehrspritze der Firma Kübel. 1878 erfolgte dann die offizielle Eintragung der Freiwilligen Feuerwehr Wachenroth in den bayerischen Landesfeuerwehrverband. Auch wenn die Bedingungen und Hilfsmittel von heute und früher kaum vergleichbar sind, befand sich die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Wachenroth jedoch jeweils auf dem neuesten Stand der Technik. So wurde 1937 ein "neuartiges Motorlöschgerät" - eine "Ziegler-Tragkraftspritze TS 8/8 mit Anhänger" gekauft, und der Mannschaftswagen "Ford FK 1000 mit Motortragkraftspritze TS 8/8" war bei der Einweihung 1963 das erste derartige Gerät im Landkreis Höchstadt, das von einer Gemeinde für die Feuerwehr angeschafft wurde.
Ihm folgten verschiedene Fahrzeuge, bis im Jahr 2000 das aktuelle Löschfahrzeug "LF 16/12" und im Jahr 2013 der aktuelle Logistik-Gerätewagen "GWL-2" vorherige Fahrzeuge ablösten. Ergänzt wird der Fuhrpark aktuell außerdem durch einen Mannschaftsbus, der am Jubiläumssonntag feierlich eingeweiht wird.
Von Beginn an engagierten sich Freiwillige gemäß dem Leitspruch "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" ehrenamtlich für die Allgemeinheit. Während die Feuerwehr zunächst nur aus Männern bestand, bildete sich im Zweiten Weltkrieg der erste Zug weiblicher Mitglieder. Damals den aktuellen Bedingungen geschuldet, sind heute Frauen ein fester Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr - sowohl in der aktiven Mannschaft als auch beim Nachwuchs.
Seit über 30 Jahren kümmert sich die Wehr in Wachenroth auch aktiv um die Jugendarbeit. Die 1987 gegründete Jugendfeuerwehr machte in den letzten Jahren immer wieder durch die sehr erfolgreiche Teilnahmen an Feuerwehrveranstaltungen auf Landkreisebene von sich reden. Seit 2012 gibt es außerdem die Kinderfeuerwehr "Löschzwerge", die Kindern im Alter von sieben bis elf Jahren das Thema Feuerwehr näherbringt und auch großen Wert auf die Brandschutzerziehung der Kleinsten legt. Die Feuerwehr Wachenroth hat also bereits den Grundstock gelegt, um auch in Zukunft das fortzuführen, was seit einigen Generationen für uns alle selbstverständlich erscheint: dass schnell jemand kommt, wenn wir in Not sind. red