Ein Kirchweihmontag in Vestenbergsgreuth: Das Festzelt ist ab 11 Uhr vormittags in der Hand des Schützenvereins, noch vor dem Mittagessen folgt die Proklamation des neuen Schützenkönigs - normalerweise. In einem Jahr, in dem so gut wie nichts "normal" ist, gab es aber natürlich keine Kirchweih in dem kleinen Steigerwaldort, geschweige denn ein Festzelt.

Einen neuen König zu küren wollten sich die Schützen aber dennoch nicht nehmen lassen, und so hatte es Anfang Oktober zunächst ein coronakonformes Königsschießen gegeben, dessen Ergebnis nun am traditionellen Termin und mit Unterstützung der Greuther Dorfmusik bei einer Veranstaltung im kleinen Rahmen im Garten des amtierenden Schützenkönigs Werner Zeilinger verkündet wurde.

Der Vorsitzende Klaus Meyer machte es spannend, nannte zunächst mit Patrick Tittel den Sieger des Preisschießens, mit Thomas Bochtler den Gewinner des Adolf-Wedel-Pokals und mit Günter Rost denjenigen, der mit einem 2,6-Teiler (Meyer: "So einen Schuss macht man vielleicht nur einmal im Leben") die Kerwascheibe errungen hatte. Diese wurde heuer von Alexander Röder anlässlich des 90-jährgen Bestehens der großen Vestenbergsgreuther Teefirma mit dem Bildnis des Firmengründers Martin Bauer als Bienenbeute bemalt.

Beinahe hätte es heuer eine Schützenkönigin gegeben, doch Lisa Rost (199-Teiler) und Yvonne Kilian (156-Teiler) landeten knapp hinter dem Vorsitzenden selbst, der sich mit einem 142-Teiler bereits zum dritten Mal die Königswürde sicherte.

Nicht nur die Schützen, sondern auch die Mitglieder des Junggesellenvereins, wie die Ortsburschen in Vestenbergsgreuth heißen, wollten sich die Traditionspflege vom Coronavirus nicht komplett vermiesen lassen. Sie stellten am Samstagnachmittag unter Beachtung aller Auflagen einen kleinen Kerwabaum auf, und am Sonntag sorgte direkt nach dem Gottesdienst eine Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal für eine feierliche Note. Paul Frömel