Der Schützenverein Garitz, oder besser gesagt die "Schützengesellschaft Garitz 1911 e.V.", ist bereits seit Jahren ein Verein, der nur noch auf dem Papier besteht. Nachdem 2010 das 48 Jahre lang genutzte Schützenhaus einem gewerblichen Neubau weichen musste, musste auch zwangsläufig der Sportbetrieb eingestellt werden. Wenig später ging mit Melf Hauck auch der letzte 1. Vorsitzende des Vereins, denn Bernhard Buscham ließ sich jeweils nur zum 2. Vorsitzenden auf drei Jahre wählen. So nun auch wieder bei der jetzt stattgefundenen Jahreshauptversammlung.
Bevor jedoch zur Wahl geschritten wurde, fragte er die anderen acht anwesenden Vereinsmitglieder, wie man weiter verfahren solle: "Mit dem Verein weitermachen wie bisher und damit für die kommenden drei Jahre eine Vorstandschaft wählen oder doch lieber eine Vereinsauflösung." Arthur Bömmel, einst selbst sehr aktives Schützenmitglied, gab zu bedenken, dass es bei einer Vereinsauflösung nie mehr zu einer Neugründung kommen werde - allerdings müsste es schon ein riesiger Glücksfall sein, dass die Garitzer Schützen wieder ein Schützenheim bekämen.


Hohe Anforderungen

Zwar liebäugelten einige mit dem Garitzer Schulhaus, das nach einem geplanten Schulhausneubau leer stehen würde, aber "das wird vermutlich erst in Jahrzehnten so weit sein, und dann ist da ja noch der Denkmalschutz und vor allem die Kosten für einen Umbau einiger Räume", resümierten andere Mitglieder, und erinnerten gleich daran, welch hohe Anforderungen heute an einen Schießstand gestellt würden.
Auch wenn es auf lange Sicht nichts mit einem neuen Schützenhaus in Garitz wird, die Wahl wurde durchgezogen.
Geändert hat sich an der Vorstandschaft nichts, denn einstimmig wurde Bernhard Buscham zu seiner nunmehr dritten Amtszeit als 2. Vorsitzender wiedergewählt. Ihm zur Seite stehen Peter Gunreben als Kassier und Norbert Hickel als Schriftführer, 2. Schützenmeister und Gerätewart wurde Arthur Bömmel, bei dem die verbliebenen Vereinsutensilien gelagert sind. Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde, dass man aus dem Bayerischen Sportschützenbund austreten werde.
"Die rund 500 Euro, die wir für unsere inzwischen nur noch 41 Mitglieder, von denen keiner mehr schießt, abtreten müssen, können wir anderweitig besser anlegen", so die einhellige Meinung.
Zum Thema Vereinsvermögen hieß es, da sei noch aus den guten Zeiten einiges vorhanden. In den achtziger Jahren hätten ja viele Ortsvereine mit den Faschingsveranstaltungen in der Turnhalle gutes Geld gemacht, so auch die Schützen.
Inzwischen überlege man sich, welche Garitzer Vereine man bei einer möglichen Vereinsauflösung mit einer Spende bedenken werde. Auch werde darüber nachgedacht, für die noch verbleibenden Vereinsmitglieder, von denen heute die meisten im Rentenalter sind, eine Reise zu organisieren, denn sie waren es ja, die vor mehr als drei Jahrzehnten das Vereinsvermögen schufen.