"... und dann kam Corona!" Das war wohl der meist gesprochene (Halb-)Satz auf der Hauptversammlung des DJK/FC Seßlach am Samstagabend im Sportheim. Der Shutdown infolge der Corona-Pandemie brachte auch für das Vereinsleben und alle sportlichen Aktivitäten große Einschnitte mit sich. Nun wagte der Verein den ersten Schritt zurück in die Normalität und holte die ursprünglich auf März terminierten Neuwahlen nach.

"Das ist eine ganz besondere Versammlung", sagte Schriftführer Stephan Leicht bei seiner Begrüßung. Noch nie hatte der Verein die turnusmäßige Veranstaltung im Saal durchgeführt. Nur hier konnte die vom Landratsamt vorgegebenen Auflagen mit Hygienekonzept, Abstandsregeln und Mund-Nasen-Maske beim Umherlaufen im Raum eingehalten werden. Außerdem gab es keine Bedienung am Platz, keine Gläser (außer Weißbiergläser) und Listen, in die sich an den einzelnen Tischen jeder mit seinen Kontaktdaten eintragen musste. Trotz der Einschränkungen waren rund 50 Personen gekommen. "Wir sind ein toller Verein", kommentierte Leicht.

Dreier-Team

Erneut steht ein Dreier-Team an der Spitze des DJK/FC, nur jetzt in veränderter Besetzung: Neben dem wiedergewählten Wolfgang Rößner (Finanzen und Verwaltung) zeichnen sich nun Philip Butterhof (Bewirtung und Sportgelände) und Franziska Schaller (Öffentlichkeitsarbeit und Medien) verantwortlich. Alle drei führen den Verein als gleichberechtigte Vorsitzende. Butterhof und Schaller lösten Marco Wittmann und seinen Vater Bernd ab, der 36 Jahre dem Vorstand angehörte. Beide standen nicht mehr zur Wahl.

317 Mitglieder zählt der Verein. Rößner freute sich vor allem darüber, dass der Jugendanteil leicht gestiegen ist und weitere Übungsleiter ausgebildet werden.

Hohe Kontinuität

Die Wahl der weiteren Verantwortlichen spiegelt die hohe Kontinuität wider: Schriftführer bleibt Leicht. Als Jugendabteilungsleiter wurden Klaus Heimstädt und Andre Schramm (Stellvertreter) bestätigt. Zu Beisitzern wurden erneut Anton Brückner, Johannes Holzmann, Hermann Müller und Gunar Klüglein gewählt, zu denen sich neu Bernd Wittmann gesellt. Sie gehören dem Vereinsausschuss ebenso an wie die Abteilungsleiter Ulrich Dellert und Matthias Schaller (Fußball Senioren), Ehrenamtsbeauftragter Volker Reißenweber, Uwe Wabroschek (Alte Herren), Uwe Schmidt und - neu - Alexander Herbrandt (Tischtennis) sowie die jetzt Gleichberechtigten Christine Kuttner (Gymnastik Senioren) und Annegret Leiß (Gymnastik Damen). In die neugeschaffene Position des sportlichen Leiters des Seniorenfußballs wurde Heiko Oppel gewählt, der als Bindeglied zwischen Mannschaft und Vorstand fungieren soll. Alle per Akklamation Gewählten konnten sich über ein einstimmiges Votum freuen.

Einzig die Position des Geistlichen Beirats bleibt vorerst vakant, da Pfarrer Norbert Lang im September Seßlach verlassen wird. Ein siebenköpfiger Festausschuss bereitet das 100-jährige Jubiläum des Vereins im Jahr 2022 vor und soll zukünftig fest als Veranstaltungsausschuss im Verein installiert werden. Bedauert wurde, dass auch die Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum des DJK-Verbandes in diesem Jahr allesamt abgesagt werden mussten.

Sportheim wird saniert

Außer dem Jubiläum stehen auch Sanierungsarbeiten am Sportheim an. Die Anwesenden billigten den Antrag Rößners die Decke des Sportheims durch eine Akustikdecke mit LED-Beleuchtung zu ersetzen, falls die finanziellen Mittel dazu vorhanden sind. Mit 10 000 bis 15 000 Euro allein für die Decke rechnete Rößner. Mit Blick auf die deutlich erkennbaren Schäden äußerte der Vorstand die Sorge, dass sonst Teile "eines Tages runterkommen könnten". Im letzten Jahr hatte der Verein gut 4000 Euro investiert, davon 2500 Euro in den Sportplatz. Wie sich die Finanzen entwickeln werden, wenn nach der wichtigen Einnahmequelle Altstadtfest eventuell auch der Fasching 2021 ausfallen sollte, bleibt abzuwarten. Durch bisher 77 verkaufte T-Shirts mit dem Aufdruck "DJK - Durch jede Krise" kam zumindest etwas Geld in die Kasse, während keine Heimspiele, Spielersitzungen oder Frühschoppen stattfinden konnten.

Gut angenommen wurden auch die bisher vier durchgeführten DJK-Biergärten. "Ich bin stolz, dass wir wieder etwas auf die Beine gestellt haben", sagte Leicht, begleitet vom Applaus der Mitglieder. Dank guter Rücklagen hoffte Finanz-Vorstand Rößner, "dass der Verein gut durch die Krise kommen kann".

Gesellschaftliche Heimat

Bürgermeister Maximilian Neeb (FW) hoffte, dass die Vereine "so schnell wie möglich zum Normalbetrieb zurückkehren können". Wie wichtig sie für das soziale Leben sind, das hätten die letzten Monate gezeigt: "Alle haben gemerkt, wie viel es einem selbst gibt in Vereinen aktiv zu sein und wie viel der Einzelne bewirken kann." Wegen des gepflegten Sportgeländes schaue manch andere Landkreisgemeinde neidisch nach Seßlach, fuhr Neeb fort. Obendrein laufe es auch sportlich in allen Bereichen gut. "Macht bitte weiter so!"

Sportliche Erfolgsbilanz

Die Berichte der Abteilungsleiter bestätigten die Einschätzung des Stadtoberhaupts: Die 1. Fußball-Mannschaft verstärkte sich für die Kreisklasse im Sommer mit zehn Spielern und belegte zur Winterpause den 6. Platz, während sich die 2. Mannschaft auf dem 3. Platz wiederfand. Beide trainieren wieder, doch bat Dellert nicht zwischen den Gruppen zu wechseln. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist für den 5. September geplant. Am Mittwoch wird der BFV in Seßlach tagen. Die Tischtennis-Abteilung floriert: "Noch nie sind in unserer über 50-jährigen Vereinsgeschichte gleich drei Mannschaften in einer Saison aufgestiegen", berichtete Schmidt stolz. Die erste Mannschaft schaffte erstmals überhaupt den Aufstieg in die Bezirksklasse A. In die Gymnastikgruppe mit knapp 30 Aktiven habe Jenny Küchler neuen Schwung gebracht.