Bei hochsommerlichen Temperaturen startete in der Altstadt das Mittelalterfest und Spielleute, Gaukler und Handwerker erinnerten an eine längst vergangene Zeit. Die Marktstände präsentierten mittelalterliche Handwerkskunst mit traditionellen Waren und sorgten mit Spezialitäten wie selbst gebrautem Bier für das leibliche Wohl der Gäste. Dazwischen gab es immer wieder Feuerspucker und Jongleure, die vor allem die Kinder zum Staunen brachten.
Pünktlich um elf Uhr zog am Samstag der Magistrat mit der Stadtwache und Spielleuten, sowie Gauklern durch die gut besuchte Hauptstraße zur Bühne auf dem Marktplatz. Allerdings war der Magistrat nur durch das Stadtoberhaupt German Hacker (SPD), seiner Stellvertreterin Renate Schroff (SPD) und Holger Auernheimer vertreten. Zu ihnen gesellte sich noch die SPD-Bundestagsabgeordnete Martina Stamm Fibich. "Lasst euch nicht das Geld aus der Tasche ziehen, es ist allerhand Gesindel unterwegs und die Stadt ist voller Gaukler und schräger Gesellen", gab der Bürgermeister bei der Eröffnung dem Volk mit auf den Weg.
Die einzelnen Vorführungen zogen dann vor allem die Kinder in ihren Bann und auch ein kurzes Gewitter mit Regen und einigen Hagelkörnern sorgte nur kurz für eine leere Hauptstraße. Die Menschen suchten Schutz unter Vordächern, Sonnenschirmen und in den Ständen. Nach einer Viertelstunde war der Spuk wieder vorbei.
Im Schlosshof dampften die Kessel mit selbst gebrautem Bier, während die Kleinsten müde von Rittern und Gauklern im Gewölbekeller des Ratskellers den Rittergeschichten der Herzo-Lesepaten lauschen konnten.
Das Herzogenauracher Mittelalterfest ist ein Fest für die ganze Familie. Für kleine Besucher sorgten das Kinderritterturnier, das handbetriebene Karussell oder die Feuerspucker für Abwechslung.
Am gestrigen Sonntag öffnete das Stadtmuseum unter dem Motto "Vom Schafspelz zum Wolltuch" seine Pforten und zum Mittelalterfest gab es in der mittelalterlichen Tuchmacherwerkstatt Mitmachangebote für die ganze Familie. Die Besucher konnten mit den Wollproduzenten auf Tuchfühlung gehen und den Rohstoff Schafwolle hautnah am lebenden Objekt fühlen.
Viele Arbeitsgänge sind notwendig, um aus Schafwolle einen Stoff herzustellen: Scheren, Waschen, Färben, Wolfen, Krempeln, Spinnen, Weben und Walken. Die wichtigsten Arbeitsschritte konnten die Kinder spielerisch ausprobieren und selbst gefertigte Filzprodukte mit nach Hause nehmen.
Bei einer Führung durch das Stadtmuseum mit dem Färbergesellen Sebastian Seidenfaden wurde zudem die Zeit der Tuchmacher lebendig.