Naturschutz und Landschaftspflege durch Beweidung mit Rindern in exponiertem Terrain ist nicht ganz einfach zu realisieren. Um erste Erfahrungen und Ergebnisse in diesem Spannungsfeld zu erläutern, veranstaltete die Umweltstation eine naturkundliche Sommerwanderung zur Maininsel bei Unterbrunn, die von 16 Teilnehmern besucht war.
Aus gutem Grund war um Voranmeldung gebeten worden, denn auf dem 11,5 Hektar großen Areal besteht eigentlich Betretungsverbot. Geführt wurde die Tour von Gerhard Hübner, dem Leiter des Bayern-Netz-Natur-Projekts "Weidelandschaft Obermain", denn die Insel ist eines von sechs Teilprojektgebieten im Landkreis Lichtenfels, die er im Auftrag des Landschaftspflegeverbands (LPV) betreut.
Die Sommerbeweidung mit einer kleinen Fleckviehherde aus dem Bio-Betrieb Billinger in Draisdorf, bestehend aus vier Mutterkühen mit Kälbern sowie einer Kalbin und einem Bullen, startete erstmals im Frühsommer 2015. Gerhard Hübner ließ wissen, dass das Renaturierungsgebiet bis zum Beweidungsstart sich selbst überlassen wurde - mit der Folge, dass die durch Abbautätigkeit entstandenen, interessanten Pionierstadien auf sandig-kiesigem Untergrund zunehmend verschwanden. Es entwickelten sich dichte Stauden- und Grasfluren und es setzte eine stärkere Verbuschung mit Weiden ein, die sich als "grüne Wand" fast komplett um die Ufer der inneren Baggerseen ziehe und sich von dort weiter ausbreite. Dieser Prozess führe langfristig zu einem mehr oder minder dichten Auwald. Ihn zu stoppen und ein Stück weit zurückzusetzen, sei das Ziel der Beweidung. "Rinder fressen zwar gerne Blätter und dünne Ästchen, ob sie allerdings die Weidengebüsche ausreichend reduzieren können, bleibt noch abzuwarten", so Hübner. red