Bernhard Panzer Die Beschlüsse vorweg: In der Innenstadt werden keine weiteren Parkflächen für die Öffentlichkeit ausgewiesen. Sowohl der Anwohnerparkplatz an der Edergasse (Rahmberg) als auch ein teilweise Öffnen des Hubmannareals fielen durch. Der Bauausschuss hatte über einen Antrag der Freien Wähler diesbezüglich zu befinden. Gegenargument: Das vorhandene Angebot ist ausreichend, nah genug an der Innenstadt und es gibt immer wieder freie Stellplätze.

Die Mehrheit im Ausschuss schloss sich dieser Ansicht der Verwaltung an. Mit deutlicher Mehrheit (acht gegen zwei) wurde der Vorschlag weggewischt, man könnte einen Teil des Hubmannareals für die Kunden der Innenstadt öffnen. Platz wäre dem Vorschlag zufolge auf dem ehemaligen kleinen Behördenparkplatz ebenso wie in einem benachbarten Innenhof, wo einst Heiner Kaltenhäuser gewohnt hat.

Knapper schon fiel die Ablehnung beim Anwohnerparkplatz Rahmberg, am Ende der Edergasse, aus. Auch als der Antragsteller Christian Schaufler (FW) sich auf eine Anregung der CSU einließ, anstelle von Kunden dort die Mitarbeiter von Innenstadt-Geschäften per Sonderausweis parken zu lassen, was dann in der Innenstadt selbst Platz schaffen könnte, gab's keine Zustimmung: Sechs gegen vier lautete die Abstimmung.

Beide Seiten hatten sich vorbereitet und entsprechend Bildmaterial mitgebracht. "Ich habe über Wochen dokumentiert", sagte FW-Stadträtin Birgit Süß, die zwar kein Mitglied im Bauausschuss ist, aber Rederecht bekam. Mit abstimmen durfte sie freilich nicht. Auf ihre Initiative hin, und die ihrer Stadtratskollegin Inge Weiß, die im Besucherraum saß, war der Antrag entstanden. "Ich schau mir das jeden Tag an", argumentierte sie und zeigte auf ihren Fotos die freien Plätze auf den beiden vorgeschlagenen Bereichen.

Christian Schaufler hatte zuvor betont, dass man mit dem Antrag auch auf der Nordseite der Innenstadt Parkraum schaffen wolle. Gegen die Schütt sei ja nichts einzuwenden, aber "im Steinweg hat niemand was davon", ergänzte Birgit Süß. "Lasst uns den Rahmberg versuchen", meinte Schaufler. "Wir brechen uns doch nichts ab."

Verständnis bei der CSU

Unterstützung für die Lösung Anwohnerparkplatz gab's von der CSU. Thomas Kotzer verwies auf den dortigen Kindergarten und den Hort an der Carl-Platz-Schule. "Keine Mutter parkt an der Schütt", sagte er. Wer seine Kinder abholt, brauche einen Parkplatz ganz nahe. Das gleiche gelte für die nahe gelegene Demenzgruppe. Der Rahmberg-Platz sei tagsüber nur halb belegt. Warum also nicht öffnen - "die Mütter sind uns dankbar!"

Gut vorbereitet hatte sich Thomas Nehr, der Verkehrsexperte im Bauamt der Stadt. Auch er hatte Begehungen durchgeführt und zeigte anhand von Fotos, dass man an der Schütt oder auf dem Realschulparkplatz immer einen freien Platz finde. "Wir haben keine Parkplatznot", sagte Nehr. "Wer einen Parkplatz sucht, findet einen."

Außerdem führte er weitere Argumente an, die gegen eine Öffnung des Anwohnerparkplatzes für Kunden sprechen. Man habe dort sehr schmale Zufahrtsstraßen, teilweise mit weniger als vier Metern Breite. Wenn man das nun großzügig öffne, wären Probleme vorherbestimmt. Zumal man den Parkplatz nicht einsehen könne, so dass es auch erfolglose Fahrten gäbe. Außerdem stünden ja nach wie vor die Anwohner dort. Diese würden durch den zusätzlichen Verkehr eine Mehrbelastung bekommen. Zudem sei der Parkplatz mit hohen Fördermitteln gebaut worden. Unter der Maßgabe, dass man ihn eben nicht öffentlich macht.

Auch Bürgermeister German Hacker (SPD) störte sich an der Enge der Straßen. "Die Anfahrbarkeit ist unterirdisch", stellte er fest. Was ja auch mit Gefahren verbunden sei. Und: "Wir sind froh um jedes Auto, das nicht da hinter fährt."

"Zitrone ist ausgequetscht"

Das Problem der Enge wollte Konrad Körner (CSU/JU) nicht gelten lassen. Als zusätzlich zu den Anwohnern noch die Mitarbeiter des Rathauses dort parkten, habe das ja auch belastet. Diese frei gewordenen Stellen könnte man jetzt wieder nutzen. Anstelle von auswärtigen Kunden könnte man ja auch Mitarbeitern der Gewerbetreibenden in der Innenstadt hier eine Möglichkeit geben. Hauptsache, der Parkplatz bleibe nicht halb leer und werde genutzt, meinte Körner.

Eine Mehrheit gab's dafür aber nicht. Ebensowenig für ein paar Stellplätze am Hubmannareal. "Wir haben bei der Baustelle rausgeholt, was ging", sagte Hacker. "Diese Zitrone ist ausgequetscht." Als kleine Ergänzung zu der ganzen Parkplatzdebatte - "Alle Überlegungen haben schon im Vorfeld stattgefunden. Kein einziger Satz ist neu!" - fügte der Bürgermeister noch hinzu: "Ich wundere mich, dass der Kirchenplatz nicht vorgeschlagen wird."