Schon vor dem Bahnausbau war die Ortsdurchfahrt Unteroberndorf stark in Mitleidenschaft gezogen. Regelmäßig, insbesondere im Winter, brachen Teerstücke heraus, Autofahrer fuhren Slalom um die Schlaglöcher. Nun könnte sich was tun, im Gemeinderat Breitengüßbach wurde nun eine erste Vorplanung präsentiert.


Lärm und Schmutz

Zwei Jahre lang floss kein Durchgangsverkehr durch Unteroberndorf, dominiert war die Ortsdurchfahrt in dieser Zeit von den Lkw der Baufirmen rund um den Bahnausbau und von den Anliegern. Durch den erhöhten Schwerlastverkehr hat
sich der Zustand der Straße noch einmal verschlechtert. Das kann nicht so bleiben. "Sobald das Wetter mitspielt, wird die Ortsdurchfahrt zumindest provisorisch ausgebessert, um zusätzlichen Schmutz und Lärm für die Anlieger zu minimieren", erklärte Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder (UBB). Das werde aber nur ein erster Schritt sein. "Die Ortsdurchfahrt von Unteroberndorf soll im Rahmen des Eler-Förderprogramms 2014-2020 (Dorferneuerung/Kleine Infrastrukturen) erneuert werden. Das bedeutet: vernünftig breite Gehwege, barrierefreie Bushaltestellen, mehr Aufenthaltsqualität entlang der Straße und Querungshilfen. In Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt und der Bürgerschaft erstelle man jetzt die Planung, die wiederum Grundlage für den Förderantrag sei.
Eine erste Vorplanung wurde im Gemeinderat aufgezeigt und mit 14 zu einer Stimme auch beschlossen. Sie ist noch beeinflusst von der Frage, wie es mit den Straßenausbaubeiträgen weitergeht, die möglicherweise abgeschafft werden. Denn müssten sich die Anlieger an der Neuerstellung von Gehwegen beteiligen, kämen hohe Kosten auf sie zu. Die Straße selbst liegt in der Baulast des Staatlichen Bauamts.


Querungshilfen

Joachim Kaiser und Laura Kraus vom Büro Kaiser + Juritza zeigten einen Übersichtsplan mit ersten Details. Am Ortseingang von Unteroberndorf, von Breitengüßbach kommend, könnte eine Querungshilfe entstehen, im weiteren Verlauf neben den hohen Grundstücksmauern schmale Grünstreifen.
Kurz vor der Abzweigung Kapellenstraße würde die Bushaltestelle verbleiben, mit einem erhöhten Gehsteig für den barrierefreien Zugang in Niederflurbusse. In diesem Bereich sind auch größere Grünflächen denkbar. Nach dem Ortsausgang Richtung Zapfendorf wäre Platz für eine weitere Querungshilfe, um die Radfahrer, die westlich der Staatsstraße auf dem geplanten Radweg ankommen, auf die andere Seite zu leiten. Denn einen separaten Radweg durch Unteroberndorf wird es aller Voraussicht nach nicht geben. "Der Platz dafür ist nicht vorhanden", erklärte Kaiser. Somit müssen die Radfahrer auch künftig durch Unteroberndorf die Straße nutzen. Das hat aber nicht nur Nachteile: "Durch den Radverkehr auf der Straße und die reduzierte Fahrbahnbreite von sechseinhalb Metern wird der Verkehr entschleunigt", so die Bürgermeisterin. Nachgedacht wurde auch über die Aufzeichnung eines Radwegs wie in Unterleiterbach, dies bringe aber keine zusätzliche Sicherheit für die Radfahrer, da die Markierung jederzeit überfahren werden könne.
Für die Gemeinde Breitengüßbach würde der Ausbau rund 350 000 Euro kosten. Da bis 2020 noch das Eler-Förderprogramm läuft, das auch kleine Infrastrukturmaßnahmen fördert, will sich die Gemeinde hierfür bewerben. 60 Prozent Förderung wären möglich.
Bald soll eine Verkehrsschau die Planung vertiefen, dann gehen die Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt Bamberg weiter.