Bau-Boom, aber "Azubi-Ebbe": Die Bauunternehmen im Landkreis Kronach suchen Nachwuchs - und zwar händeringend, so die Bau-Gewerkschaft. 69 unbesetzte Ausbildungsplätze seien derzeit bei der Arbeitsagentur gemeldet, heißt es in einer Pressemitteilung. "Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Die meisten Chefs im Kreis Kronach sollten sich darauf gefasst machen, dass es vorerst extrem schwer wird, Azubis zu finden", sagt Gerald Nicklas.
Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Oberfranken übt massive Kritik: "Bauarbeitgeber begreifen immer noch nicht, dass es höchste Zeit wird, die Jobs auf dem Bau deutlich attraktiver zu machen. Das fängt bei der Lohntüte an. Und das hört da auf, wo jungen Menschen die Perspektive von einer modernen Job-Zukunft auf der Baustelle gegeben werden muss." Im Moment prallten "der Kampf um die besten Köpfe auf eine ‚Betonkopf-Geiz-Mentalität‘ der Bauarbeitgeber". Ausdruck dafür sei das jüngste Scheitern der Bau-Tarifverhandlungen, bei der die IG BAU ein Lohn-Plus von 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert hat. Ebenso ein 13. Monatseinkommen für alle Bauarbeiter.


Bau-Boom

"Wir haben einen Bau-Boom. Und die Betriebe im Landkreis Kronach haben volle Auftragsbücher. Viele wissen nicht, woher sie die Leute nehmen sollen, um die Arbeit zu erledigen. Trotzdem haben die Arbeitgeber nur ein beschämend dürftiges Angebot auf den Tisch gelegt", sagt Nicklas.
Jetzt werde eine Schlichtung immer wahrscheinlicher. Schaffe Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement es als Schlichter dabei nicht, die Bauarbeitgeber dazu zu bewegen, ein vernünftiges Angebot auf den Tisch zu legen, drohe der Bau-Streit zu eskalieren. red