klaus schmitt

War es nun der Warnstreik oder die bereits angekündigte Schifffahrtssperre auf Main, Main-Donau-Kanal und Donau? Das lässt sich nicht so genau sagen. Jedenfalls ging auf dem Main am gestrigen Mittwoch gar nichts. Die Schiffe fuhren nicht, weil die Schleusen nicht bedient wurden. Kein Tor bewegte sich, wie Helko Fröhner vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt auf Anfrage bestätigte. Die Behörde ist unter anderem für die drei Main-Schleusen im Landkreis Haßberge zuständig (Ottendorf, Knetzgau und Limbach).
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte, um im Zuge der Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst auf die Arbeitgeber Druck auszuüben, für den gestrigen Mittwoch zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen war auch die Schifffahrtsbehörde, die zum Beispiel die Steuerzentrale für die Main-Schleusen in Haßfurt betreibt. Von dort aus werden die Tore geöffnet und geschlossen. Dort wurde am Mittwoch nicht gearbeitet. Auch nicht an den Baustellen entlang des Mains, um Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an den Schleusen auszuführen. Für die Arbeiten wurde die Schifffahrtssperre für die nächsten Wochen bis Ende April angeordnet.
Warnstreik und Schifffahrtssperre fielen zusammen. Also herrschte Ruhe auf dem Main, zumindest was den Schleusenbetrieb anbelangt.
Nicht nur Mitarbeiter in der Schifffahrtsverwaltung folgten dem Aufruf zum Warnstreik der Gewerkschaft Verdi. Laut Geschäftsführer Sinan Öztürk legten rund 700 bis 800 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Einrichtungen in der gesamten Region Main-Rhön die Arbeit nieder. Er äußerte sich "absolut zufrieden" mit der Resonanz auf den Warnstreik-Appell.
In den Ausstand sollten laut Gewerkschaft auch die Mitarbeiter der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge treten. Das taten gestern knapp 40 Beschäftigte, wie der Vorstandsvorsitzende Johannes Rieger bestätigte. Der Schwerpunkt lag in Schweinfurt. Rieger hat Verständnis für die Mitarbeiter, die ihr Recht in Anspruch nehmen. "Wir haben sehr große Gelassenheit. Wir gehen spannungsfrei damit um", sagte Rieger.
Die Gewerkschaft Verdi ist nach eigenen Angaben weiter kampfbereit, um ihre Forderungen in der Tarifrunde durchzusetzen. "Mit dem zweiten Warnstreik innerhalb von zwei Wochen zeigen die Beschäftigten ihren Unmut zu der bisherigen Verweigerungshaltung der Arbeitgeber und sind bereit, sollte beim nächsten Verhandlungstermin am 15. und 16. April kein akzeptables Angebot vorgelegt werden, die Planungen für den Schritt zu Urabstimmungen zu verfeinern", erklärte der Geschäftsführer Sinan Öztürk.