Fortsetzung vom 1. Oktober ... Niemand wohnt bei Amand Dubuisson, seine Farm liegt etwas außerhalb des Dorfes. Er sieht sich um und denkt, dass in seinem Kuhstall viel Platz ist, wenn noch mehr ankommen. Aber plötzlich werden seine Gedanken unterbrochen: Eine große Aufregung draußen. Stiefellaufen auf der Straße, deutsche Worte werden gebrüllt, ein großes Gefühl der Unruhe.Wenig später erfährt Amand, dass die deutschen Soldaten in einer Scheune des Dorfes einen Vorrat an amerikanischen Waffen und Munition gefunden haben, hauptsächlich Granaten.

Dieser Fund an sich sollte nicht verdächtig sein, da die Amerikaner sie wahrscheinlich zurückgelassen hatten, als sie vor der deutschen Gegenoffensive in Flamierge waren. Die Entdeckung der Waffen inmitten der Neuankömmlinge aus Mande-St-Etienne schafft jedoch großen Verdacht. Die Deutschen sprechen sofort von "Franc-tireurs" und Partisanen.

Neun Männer werden sofort festgenommen. Sie werden in die Schmiede gebracht, ein Maschinengewehr auf die Tür gerichtet. Sie werden den ganzen Nachmittag dort festgehalten.

Später in dieser Nacht, als Amand aus seiner Scheune kommt, sieht er eine große Gruppe auf seine Farm zukommen. Er erkennt die neun Gefangenen, die Köpfe gesenkt, im beißenden Wind zitternd, deutsche Soldaten, die sie mit Waffen umrahmen. Einer trägt das Maschinengewehr.

Der verantwortliche Beamte teilt Amand mit, dass sie seine Farm für Verhöre beschlagnahmen. Er führt die Gruppe in sein Haus. Amand wird gebeten, unter der Aufsicht zweier deutscher Soldaten etwas Brühe zu kochen, während das Verhör im Nebenraum stattfindet.

Die beiden Soldaten sitzen am Küchentisch und entspannen sich, strecken ihre Beine unter dem Tisch aus. Sie nehmen ihre Mützen ab. Amand beschäftigt sich am Herd. Dann machen die beiden Soldaten einen Witz, in ihrer eigenen Sprache. Und Amand erkennt sofort den Dialekt aus Frimmersdorf. Er hat ihn 30 Jahre lang nicht gesprochen, aber zu ihrem Erstaunen dreht sich Amand um und spricht sie in ihrem deutschen Dialekt an. Die Soldaten sind fassungslos! Wie um alles in der Welt kann dieser belgische Bauer den Dialekt ihrer Heimatstadt nicht nur verstehen, sondern sich auch unterhalten?

Und Amand erklärt, er erzählt von den vier Jahren, die er 30 Jahre zuvor während des 1. Weltkriegs dort verbracht hatte, um die Felder 500 Kilometer östlich hinter dem großen Rhein, in Frimmersdorf, zu pflegen. Er erzählt, wie er während seiner Arbeit den Dialekt gelernt hat, erzählt von den Feldern, der Scheune, in der er geschlafen hatte, von den Einheimischen und zuletzt sogar von dem Jungen ...

Und in diesem Moment steht einer der Soldaten auf, der seine Mütze abgenommen hatte, und der Holzstuhl kreischt auf dem Steinboden. Und er sieht Amand an, dort vor dem Ofen, nur ein paar Schritte von ihm entfernt. Und der Soldat sagt nur: "Monsieur Amand ?"

Nur die Menschlichkeit zählt

Und als der Soldat die Worte ausspricht, sieht Amand ihn an und erkennt plötzlich und ohne den Schatten eines Zweifels in seinem Gesicht, in seinen Augen den Jungen von vor all den Jahren ... den kleinen Kurt. Und in der Küche in dem kleinen Dorf Flamierge, während draußen die blutige Schlacht tobt, geben sich zwei Männer die Hand und lächeln sich an. Und in diesem Moment gibt es keine Feinde, keine Länder. Nur zwei Freunde, vereint durch das Band ihrer schwieligen Hände und Erinnerungen, wie ein unsichtbarer Faden der Liebe, der sie beide mit dem Besten ihrer selbst, mit ihrer Menschlichkeit verbindet.

Was die Geschichte sagt und in den schriftlichen Quellen, die ich gefunden habe, detailliert

beschrieben wird, ist, dass die Befragung der neun Verdächtigen sehr kurz danach endete. Sie wurden alle ohne weitere Fragen freigelassen. Neun Leben wurden durch eine 30-jährige Freundschaft zwischen einem deportierten Soldaten und einem Jungen verschont.

Am 1. Januar 1945, drei Tage nach der Freilassung der Gefangenen, befand sich Amand Dubuisson bei seinen Kühen in seinem Stall, als eine Bombe auf seine Farm fällt und alles auslöscht.

Et voilà: Ich hoffe, Ihnen hat diese Geschichte gefallen. Ich fand es faszinierend zu recherchieren.