Sie liebt Blasmusik und lebt in einer musikalischen Familie. Für ihre 90 Jahre ist sie noch bei guter Gesundheit und schaut optimistisch in die Zukunft. Ruth Höhn, geboren in Niederschlesien und kurz vor Kriegsende ins Frankenland geflüchtet, wohnt nach verschiedenen Stationen seit zehn Jahren in
Burghaig.
Die Jubilarin erinnerte sich an ihrem 90. Geburstag an schwere Zeiten im Krieg, als sie eine Lehre als Damenschneiderin absolvierte und beim Jungmädchenvolk und beim Bund Deutscher Mädchen Dienst tat. "Wir mussten auch Panzergräben ausheben, wurden richtig gedrillt."
Aus ihrer Ehe mit Willi Höhn gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor. Ihr Mann Willi war im Schul- und Kulturamt der Stadt Kulmbach tätig und lange Jahre Vorsitzender der Stadt- und Jugendkapelle Kulmbach, Schwiegertochter Elke dirgiert beim Musikverein Burghaig den Nachwuchs. "Ich besuche immer noch deren Konzerte", sagte die Jubilarin.
Daher war es selbstverständlich, dass am Geburtstagsnachmittag beide Ensembles zünftig aufspielten und sie ihren Lieblingsmarsch "Die alten Dessauer" hören durfte. "Wie es jetzt ist, soll es bleiben", wünschte sie sich mit Blick auf die sechs Enkel und drei Urenkel. Und sie sei bereits voller Vorfreude, weil sie mit der Familie ihres Sohn Karl-Heinz zwölf Tage an den Gardasee fahren darf.
Stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann gratulierte für die Stadt und den Landkreis und sagte: "Es ist ein Geschenk Gottes, mit 90 Jahren seinen Geburtstag so fröhlich feiern zu können." Horst Wunner