Die 180 Anmeldungen zur Besichtigung des Behördenzentrums im umgestalteten und sanierten Luitpoldbad machten das Rieseninteresse für das neue Bad Kissinger "Aushängeschild" deutlich. Eine Aufteilung auf mehrere Gruppen war unumgänglich. Eberhard Gräf, der Kreisvorsitzende der Senioren-Union (SEN), begrüßte als sachkundige Führer Baudirektor Erwin Full und Harald Hümmer. Hümmer, bis vor kurzem für die Immobilien Freistaat Bayern tätig, verwies auf die etwa der Würzburger Residenz vergleichbare Gebäudegröße. Jedoch die Kostenkontrolle funktionierte, und die Gesamtkosten - 39 Millionen Euro - gingen nicht "durch die Decke".
Viele Überlegungen wurden im Hinblick auf die Verwendung des einst größten Badehauses Europas mit seinen 260 Badekabinen diskutiert. Der Vorschlag des ehemaligen Landtagsabgeordneten Robert Kiesel (CSU), ein Behördenzentrum zu schaffen, fiel auf fruchtbaren Boden. Die Senioren erfuhren, dass neben der Staatsbad GmbH auch die Finanzkasse, das Amt für Vermessung sowie das Büro des Kissinger Sommers untergebracht werden konnten. Aufgewertete Räumlichkeiten erlaubten einen Blick in die Vergangenheit des Kurbadewesens. Herausragend waren die wertvollen, bunt verglasten Jugendstil-Eckpavillons im südlichen Teil des Gebäudes. Durch das private Engagement, vor allem seitens der "Sternenbastlerin" Annemarie Arnold, kamen 30 000 Euro zusammen, die für den Schutz der gefährdeten Glasfenster verwendet wurden. Dass man für besondere Gelegenheiten die Eckpavillons auch mieten kann, wurde bei der Führung angesprochen.
Einen weiteren Blick in die Historie bot eine Sammlung über die Geschichte des Badens in Bad Kissingen. Als spektakulär und für attraktive Veranstaltungen nutzbar, erlebten die Besucher die beiden Treppenhäuser mit ihren prächtigen Geländern sowie den großartigen Innenhof.
Übrigens, als das erst später getaufte "kgl. Luitpoldbad" 1867 begonnen wurde, war ein berühmter Architekt Vorsitzender der Wettbewerbsjury, Gottfried Semper. Als "Glücksgriffe", so Full, stellten sich auch die Beauftragung erfahrener Bad Kissinger Bauunternehmungen bei den Sanierungsmaßnahmen heraus.
Herzliche Dankesworte erhielten die beiden Führer Erwin Full und Harald Hümmer am Ende von Eberhard Gräf, dem SEN-Kreisvorsitzenden. ksta