Paul Zier ist Lebensmittelüberwacher am Landratsamt Forchheim - und im gesamten Landkreis, vor allem bei Geschäftsleuten, bekannt. Was viele aber nicht wissen: Paul Zier ist auch begeisterter Biker und ein "Blauer Ritter". Denn er gehört den Blue Knights Germany an, den "Rockern der Polizei", wie es Bürgermeister Alwin Gebhardt bei einer Spendenübergabe der besonderen Art an die "junge lebensgemeinschaft" (jule) in Unterleinleiter ausdrückte, zu der auch Landrat Hermann Ulm (CSU) und der Ebermannstädter Polizeichef Manfred Hänchen gekommen waren. Eigentlich wollten die Blue Knigths Germany 14 aus Mittelfranken mit Präsident Jürgen Bernhard Pohl an der Spitze in diesem Sommer ein großes Treffen mit über 300 Bikern ihrer Organisation in Behringersmühle veranstalten. Die Hotelzimmer waren in zahlreichen Gößweinsteiner Hotels und Gasthöfen auch schon gebucht und im Behringersmühler Kurpark sollte ein großes Festzelt für eine Feier aufgebaut werden.

Doch dann kam Corona, und das Bikertreffen musste abgesagt werden. Wie Pohl betonte, waren alle Hoteliers und Zimmervermieter in Gößweinstein sehr kooperativ, verlangten keine Stornogebühren und buchten die Zimmer problemlos auf nächstes Jahr um. Vom 23. bis 25. Juli 2021 soll nun das große Bikertreffen der Blue Knigths in Behringersmühle stattfinden, so weit es bis dahin keine Beschränkungen mehr wegen Corona-Auflagen gibt, so Pohl. Da der Verein der Blue Knights, die ihren Ursprung in den USA haben, in Deutschland am 14. Januar 2000 gegründet wurde, hat sich dieser seither auch immer bei seinen Treffen Spenden für soziale und gemeinnützige Zwecke auf seine Fahnen geschrieben.

Und damit kommt nun wieder Zier vom Landratsamt Forchheim ins Spiel, der dem Vorstand vorgeschlagen hatte, der "jule" in Unterleinleiter eine größere Spende zukommen zu lassen. Da das Treffen heuer aber nicht stattfinden konnte, kamen nun einige der Mitglieder mit ihren Motorrädern trotzdem in die Fränkische Schweiz, um wenigstens eine kleine Anzahlung von 500 Euro an Ulrike Brietz für deren segensreiche Einrichtung zu übergeben.

Weiterer Betrag im nächsten Jahr

"Nächstes Jahr im Juli kommt dann noch ein größerer Betrag hinzu", versprach Pohl schon einmal. Aktuell leben in dem früheren Gasthof Post, das Brietz vor 21 Jahren gekauft und zum Kinderheim umgebaut hat, acht Kinder im Alter von vier bis 15 Jahren in einer Gruppe. Hinzu kommen noch vier Plätze für Betreutes Wohnen für Jugendliche zwischen 16 bis 21 Jahren die ihre eigene Wohnung in dem Haus haben, aber am Gemeinschaftsleben teilnehmen. Für Brietz ist es sehr wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen später ihr eigenständiges Leben führen können.

Wie Bürgermeister Gebhardt betonte, sei er sehr froh, die Kinder im Ort zu haben. "Ihr passt gut in unserer Ortsbild", bescheinigte er Brietz und ihren Schützlingen und versprach, dass die Bauhofmitarbeiter bei der Umgestaltung der gemeindeeigenen Terrasse mithelfen werden. Dort, wo vor Jahren für die Kinder schon ein Garten angelegt wurde. Das weitere Spendengeld der "Polizeirocker" würde Brietz gerne in einen öffentlichen Bücherschrank investieren, der in einer alten Telefonzelle vor dem Haus untergebracht werden soll. Landrat Ulm sagte: "In Unterlada ist die Welt noch in Ordnung". Der Landrat zeigte sich von der Einrichtung, die er erstmals besuchte, begeistert.