Der Musikverein Weilersbach ist seinem Wunschtraum ein großes Stück näher gekommen. Die Musikerschar hatte Hebfeier (Richtfest) ihres neuen Musikerheims. Für das neue Vereinsheim stellte die Gemeinde Weilersbach das Grundstück direkt in der Nähe des Sportgeländes des SV Gloria in Erbpacht bereit.

Bisher wurde es als Trainingsplatz der Sportler genutzt. Für das Bauvorhaben hat der SV Gloria das Areal freigegeben. Bürgermeister Marco Friepes (CSU/AB) bemerkte, dass erst drei Tage vor Baubeginn die Baugenehmigung der Behörde kam.

Vier Wochen Bauzeit

Nach nur vier Wochen Bauzeit steht nun der Rohbau, ein circa 28 Meter auf elf Meter großes ebenerdiges Gebäude in Holzkonstruktion auf einem Betonfundament. Wegen der hohen Kosten habe man von einer Unterkellerung abgesehen, erklärte Vorsitzender Stefan Roppelt. Und der Rest werde in Eigenleistung fertiggestellt.

Mit einer Fläche von etwa 300 Quadratmetern soll das Musikerheim der Dreh- und Angelpunkt des Vereinslebens werden. Es gibt einen großen Proben- und Orchesterraum, Unterrichtsräume für die musikalische Ausbildung, eine Küche, Toiletten, einen Archivraum sowie einen Lager- und Tontechnikraum.

Neben den regelmäßigen Musikstunden und Sitzungen des Vorstands sollen auch etwaige kleinere Vereinsaktivitäten stattfinden.

Einen guten Tag hatten die Musiker für ihre Hebfeier getroffen. Der First-Baum mit den bunten Bändern stand auf dem Dach und die Sonne lachte, als Vorsitzender Stefan Roppelt die Feier eröffnete, zu der sich etliche Gäste eingefunden hatten. Ein besonderer Gruß galt den Gemeindevertretern, dem Bauplaner Thomas Böhm aus Weilersbach und der Firma Lipfert aus Rüssenbach, die den Rohbau aufgestellt hat. Danke sagte Roppelt aber auch dem anwesenden ehemaligen Bürgermeister Gerhard Amon, der die Weichen für das Vorhaben mit gestellt hatte.

Höchste Anerkennung für die ehrenamtlichen Leistungen der Musiker und aller Helfer brachte Bürgermeister Friepes zum Ausdruck. "Sie haben fast Unmögliches geleistet."

Ein Gruß galt auch den Nachbarn: dem SV Gloria und den St.-Anna-Schützen, die demnächst neben dem Musikerheim ein Schützenheim errichten. "Wir können stolz sein, ein so großes Vereinszentrum geschaffen zu haben", betonte der Gemeindechef.

Glas und Bonbons fliegen

Den Richtspruch mit dem obligatorischen Glaswurf vom First und das Auswerfen von Bonbons führte Zimmermann und Musiker Benedikt Seiler durch. Diese feierliche Zeremonie der Zimmerleute soll Glück und Segen bringen und das Haus schützen. Den letzten Nagel des Dachstuhles musste nach einem Brauch schließlich Bauherr Roppelt selbst ins Gebälk schlagen. Mit einem sogenannten Richtschmaus wurde die Feier im Rohbau fortgesetzt, was auch mit den bestehenden Corona-Regeln gelang.

Wie Vorsitzender Roppelt äußerte, rechne man mit der Fertigstellung der neuen Musikerheimat bis Ende des Jahres. Für den Verein sei dies "eine der größten Herausforderungen seit seines Bestehens".

Was die Finanzierung anbelange, meinte Roppelt, dass man schon "im Rahmen der Baukosten" bleiben werde, "auch wenn es etwas knapp wird". Für Spenden sowie Unterstützung der Weilersbacher Musikanten würde man sich freuen.

Begonnen hatte die Feier mit einem Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder. Dazu spielte die Musikkapelle einen gefühlvollen Choral, bevor es mit zackiger Marschmusik mit Dirigent Alexander Krause weiterging - so wie es sich für Musikanten eben gehört.