Aufgrund der demografischen Entwicklung setzten sich die Märkte Bad Bocklet, Burkardroth und Oberthulba sowie die Gemeinde Nüdlingen 2012 das Ziel, die Alt- beziehungsweise die Innenorte für Bauinteressenten attraktiv zu halten und zu gestalten. Um insbesondere die Abwanderung in die Siedlungsgebiete und eine Verödung der Altorte zu verhindern, erarbeiteten sie einheitliche Richtlinien und legten gemeinsam ein entsprechendes zielgerichtetes Förderprogramm auf. Es trat zum 1. Januar 2013 in Kraft und wurde zwischenzeitlich zum 31. Dezember 2021 verlängert.

"Programm hat sich bewährt"

Das Programm habe sich bewährt, betonte Bürgermeister Daniel Wehner. Klassische Leerstände gebe es in den Orten fast keine mehr. Nach der gültigen Richtlinie kann eine Förderung von baulichen Investitionen nur gewährt werden, wenn eine ganze Reihe an Kriterien erfüllt sind. Bezuschusst werden im Alt- und Innenort der Umbau, der Ausbau, die Erweiterung, die Sanierung leerstehender Gebäude und gegebenenfalls der erforderliche Abbruch alter Gebäudesubstanz, sofern dort anschließend wieder ein Neubau eines Wohn- oder Gewerbehauses erfolgt. Hierfür muss mindestens eine Investitionssumme von 20 000 Euro erreicht werden. Zum förderfähigen Alt- beziehungsweise Innenort im Sinne der Richtlinie gehören grundsätzlich alle seit mindestens 12 Monaten leerstehenden Anwesen, die nicht von einem Bebauungsplan erfasst, nicht im Außenbereich liegen und mindestens 50 Jahre alt sind. Neubaugebiete und Neubausiedlungen gehören nicht dazu. Ausgenommen hiervon sind Anwesen, die beim Erlass eines Bebauungsplans als vorhandener Bestand mit übernommen und überplant wurden, wie dies beispielsweise in Anbindungs- und Einmündungsbereichen der Fall ist. Diese Gebäude sind ebenfalls förderfähig. Die Voraussetzung "seit mindestens 12 Monaten leerstehenden Anwesen" stellte bereits wiederholt ein Problem dar. Anwohner sind häufig bereits im Pflegeheim oder zu Angehörigen verzogen, sind aber noch offiziell in ihrem Anwesen gemeldet. Dies falle dann oft erst beim Verkauf den neuen Käufern auf, da aufgrund dessen eine Bezuschussung leider nicht die gestellten Kriterien erfülle.

Die Gemeinderäte haben nun beschlossen, dass ein Nachweis über einen Pflegeheimaufenthalt, Informationen über den Wasserverbrauch oder die Information über die Verhältnisse durch den Ortsreferenten ausreichen, um das Kriterium dennoch zu erfüllen.

Diskutiert wurde, ob künftig auch Gebäude in Neubaugebiet förderfähig sind, wenn diese 50 Jahre alt sind und leerstehen. Die Gemeinderäten waren sich jedoch einig, dass das Förderprogramm zur Revitalisierung der Alt- und Innenorte andere Ziele verfolge. Dennoch  sei es denkbar, dass in einigen Jahren über mögliche Leerstände in den Baugebieten der 1970er Jahre nachgedacht werden müsse.