Um die nächste Gemeinderatsitzung - dann die letzte vor der Sommerpause - nicht über die Maße auszudehnen, hat Bürgermeister Mario Götz noch eine Sitzung dazwischen geschoben. Darin gab es Sachstandsberichte zur P43 Trasse, dem Kissinger Bogen und dem Sturzflut-Risikomanagement für den Markt Oberthulba.

Mit den neuen Mandatsträgern sei gleichzeitig auch noch einmal eine Resolution gegen die Stromtrasse P43 von Mecklar nach Bergrheinfeld geplant. Die Zeit dränge, so Götz, da bereits im September die Planfeststellung erfolgen solle. Sowohl im Kreistag, als auch bei der Bürgermeister-Dienstbesprechung habe man sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Danach stelle der Bau der "Fulda-Main-Leitung" (P43) eine nicht hinnehmbare Abkehr vom Eckpunktepapier dar. Soweit nun angeführt werde, die Trasse sei erforderlich, um die Stromversorgung im Süden sicher zu stellen, erscheine dies angesichts des Südlink und des Südostlink nicht nachvollziehbar. Es wäre deshalb auch völlig widersinnig, die angesichts der Erdverkabelung verbesserte Akzeptanz für den Südlink durch ein quer durch die Region verlaufendes Freileitungsprojekt P43 zu gefährden. Die Ziele seien auch mit anderen netztechnischen Maßnahmen wie der Erhöhung der Übertragungsleistung vorhandener Leitungen oder sonstigen Optimierungs- und Verstärkungsmaßnahmen am vorhandenen Netz erreichbar.

Transparenz gefordert

"Es ist zu diesem Thema eigentlich schon über alles gesprochen worden. Für mich stellt es sich dar, dass Südlink jetzt erdverkabelt wird und die Region dafür die P43 schlucken soll", warf Daniela Spahn ein. Niemand stelle die Energiewende in Frage, aber es brauche nun Transparenz auf allen Ebenen und ein geschlossenes Auftreten gegen die Trasse mit ihren 65 Meter hohen Masten, stellte Bürgermeister Götz fest. Zweiter Bürgermeister Jürgen Kolb mahnte an, dass man in Deutschland schon die höchsten Strompreise in ganz Europa habe und dass damit klar sei "Mit Strom wird sehr viel Geld verdient." Der Marktgemeinderat beauftragte Götz mit der Unterzeichnung der Resolution.

"Allianzen sind ein Mehrwert für die Gemeinde", rechtfertigte Götz die Mitgliedschaft sowohl im Kissinger Bogen als auch beim Fränkischen Saaletal. Vier Gemeinden - eine Allianz. Für mehr Heimat, lauten Schlagworte der Allianz "Kissinger Bogen". Beate Schmäling und Stephanie Kunder stellten Rück- und Ausblicke, sowie Impressionen von Veranstaltungen vor. Die Allianz weise acht Handlungsfelder und 52 Projektprofile auf. Darunter das Revitalisierungskonzept für Innenorte, das Bio-Gemüse-Korb-Abo, Einkehrgutscheine, Projekt Grüngitter und viele mehr.

Rhönkäppchens Radrunde

Zu den neuesten Projekten gehöre "Rhönkäppchens Radrunde": ein knapp 50 Kilometer langer Radwanderweg, der durch alle vier Gemeinden führe. Der Weg sei bereits ausgeschildert, die Wegweiser tragen das Logo der Allianz. Die Eröffnung findet am 20. September statt. Treffen ist um 11.30 Uhr am Marktplatz in Oberthulba. Weitere Maßnahmen seien Naturpädagogik/Umweltbildung (Michael Kirse), Theater und Tanzpädagogik (Ina Kiesel), die Durchführung eines Filmprojekts "Rhönkäppchens Heimat" (Joshua Reiher) und die Erstellung eines Sachbuches. In der Geschichte der Allianz stecke eine Dynamik, und der Allianzgedanke sei beim Vortrag gut rübergekommen, lobte Götz. "Die Maßnahmen wirken oft kleinstrukturiert, aber beinhalten doch wichtige und wesentliche Projekte, stimmte Margot Schottdorf zu.

Maßnahmenplanungen mit Schutzzielen seien aus dem Sturzflutrisikomanagement heraus entwickelt worden. Götz informierte über die für alle acht Ortsteile existierenden Karten, auf denen drohende Wasserstände aufgezeichnet seien. Ab jetzt ginge es in die Feinplanung. Ziel sei es natürlich, das Wasser erst gar nicht in den Ort gelangen zu lassen. Er erinnerte an das Starkregenereignis vom Mai 2018. Angedacht seien nun Bestands- und Gefahrenanalysen, Gefahren- und Risikobeurteilungen, Festlegung der Schutzziele und eine konzeptionelle Maßnahmenentwicklung durchzuführen.