Bei der Schwarzwildbejagung im Landkreis Lichtenfels konnte im Jagdjahr 2017/18 mit 947 erlegten Sauen eine Rekordstrecke erzielt werden. Daher gab es bei der gemeinsamen Hege- und Naturschau der Jagdschutz- und Jägervereine von Lichtenfels und Bad Staffelstein für die gesamte Jägerschaft und die Staatsforsten ein dickes Lob für diese Anstrengungen.
Der Kreisvorsitzende des Bayerischen Jagdschutz- und Jägervereins von Lichtenfels, Michael Ament, berichtete davon, dass die leidgeprüfte Jägerschaft mitunter auch von der Vogelkrippe und der Hasenseuche nicht verschont blieb - zudem grassiere in Nachbarländern die Afrikanische Schweinepest.


Rotwild nur in Gebieten geduldet

Er würde es sich auch wünschen, wenn beim sogenannten "Tierwohl" nicht häufig mit zweierlei Maß gemessen würde, denn während einerseits der Wolf, der Kormoran und der Biber die "Guten" seien und ihre Verbreitung gefördert werden müsse, ganz gleich was es koste, werde beispielsweise das Rotwild nur in Gebieten geduldet, die Rehwildbestände sollten "heruntergeschossen" werden und aufgrund der Auswirkungen der Schweinepest scheine alles, selbst die Bejagung mit künstlichen Lichtquellen bei Nacht, kein Hindernis mehr zu sein, zumal dies nur noch "anzeigenpflichtig" sei.
Aufgrund dieser Situation, sagte BJV-Kreisvorsitzender Michael Ament kritisch, habe jeder selbst abzuwägen wie weit er gehen will und ob dabei nicht ein Stück weit die Waidgerechtigkeit auf der Strecke bleibt.
Anknüpfend an die Rede von Ament, sagte Landrat Christian Meißner (CSU), dass er die kritischen-, teilweise auch selbstkritischen Worte, sehr wohl vernehmen konnte. Trotz alledem sei aber ein derartiger Gedankenaustausch zwischen den Grundbesitzern, der Jägerschaft und dem Bauernstand sehr wichtig. Denn in der Summe aller erreichten Leistungen habe sich deren Einsatz für die Natur, die Bewahrung der Heimat und einen artenreichen Wildbestand nach seiner Auffassung gelohnt.
Der neue Leiter der Polizeiinspektion von Lichtenfels, Erich Günther, stellte sich offiziell vor und konnte erfreulicherweise von einer rückläufigen Zahl bei den Wildunfällen - 2017/18 - 419 - (2016/17 - 423 Wildunfälle) sprechen. BBV-Obmann Michael Bienlein sah den Erhalt der Kulturlandschaft als ein gemeinsames Anliegen und würdigte, aufgrund der aktuellen Situation, an dieser Stelle die Schwarzwildjagd.


Wildtierlebensräume nehmen ab

Vorsitzender Anton Reinhard vom Bund Naturschutz erinnerte daran, dass die Wildtierlebensräume, die Ruhe- und Erholungsflächen und die landwirtschaftlichen Grundstücke schleichend abnehmen. Im Landkreis Lichtenfels gingen beispielsweise täglich 200 bis 2300 Quadratmeter an Flächen für Siedlungen, Gewerbegebiete, Straßen, den Kies- und Sandabbau verloren.
Einen kurzen Bericht gab Michael Hagel vom kürzlich stattgefundenen Landesjägertag. Auf das forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung ging Forstdirektor Oliver Kröner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg, Bereich Forsten Lichtenfels, ein, wobei er diese "Verjüngungsinventur" als weitgehend abgeschlossen bezeichnete.
Bei der Vorlage der Abschusszahlen verwies Sandra Groß von der Unteren Jagdbehörde darauf, dass diese im Landkreis Lichtenfels beim Rehwild mit 99,34 Prozent mit 2485 Rehen (erlegt 2139 Rehe - Verkehrsunfälle 238 Rehe) erreicht wurden. Bei der Niederwildstrecke waren 624 Hasen, 65 Kaninchen, 25 Fasanen und 9 Rebhühner verzeichnet, 295 Enten und 206 Gänse wurden erlegt, während beim Haarraubwild 873 Füchse, 159 Marder und 144 Dachse, beziehungsweise bei den Rabenvögeln 222 Elstern, 201 Eichelhäher und 687 Rabenkrähen, zur Strecke gekommen sind.
Kreisjagdberater Wolfgang Jakob war bei der Vorlage der Schwarzwildstrecke die Freude darüber anzumerken, dass von der Jägerschaft und den bayerischen Staatsforsten eine Rekordstrecke von 947 Sauen zustande kam, was im Gegensatz zum Vorjahr ein dickes Plus von 17,8 Prozent bedeutet. Jakob erläuterte anschließend auch die Ergebnisse der Streckenanalyse, wobei er anmerkte, dass es vor allem die älteren Rehböcke nicht mehr in großer Zahl wie früher gebe.
Von den 762 erlegten Rehböcken waren nur zwei Prozent der Klasse I (5 Jahre und älter) zuzuordnen, 40 Prozent kamen aus der Mittelklasse (3 - 4 Jahre) und 58 Prozent der Rehböcke kamen aus der Klasse III (= Jugendklasse 1 - 2 Jahre) zur Strecke. Erleger von Goldmedaillenböcken waren in der vorangegangen Jagdsaison Otto Tremel, Hochstadt mit einem Gehörngewicht von 386 g und Torsten Mandl, Revier Trieb mit einem Gehörngewicht von 376 g. dr