Im Fremdsprachenunterricht wird oft kritisiert, er sei zu theoretisch und es bestehe selten die Möglichkeit, das erworbene Wissen an Vokabeln und Grammatik im realitätsgetreuen Kontext anzuwenden. Diesem Problem Rechnung tragend packten die neunten Klassen des Französischzweigs an der Realschule Höchstadt ihre Koffer und fuhren nach Straßburg.

Ungewohnt früh für einen Sonntagmorgen mussten sich die Schüler der Klassen 9e und 9f aus dem Bett quälen, um pünktlich am Erlanger Bahnhof einzutreffen. Von dort aus startete die Exkursion mit ihren Klassenlehrerinnen. Trotz fünfstündiger Zugfahrt und der schockierenden Erkenntnis, dass in Frankreich sämtlich Schilder und Anweisungen auf Französisch sind, ließen sich die Schüler nicht entmutigen und stürzten sich sogleich ins Getümmel der europäischen Metropole.

Unbändig war die Freude, als man in der Bäckerei tatsächlich das gewünschte Baguette erhielt, trotz des zuvor auf Französisch erfolgten Bestellvorgangs. Ferner waren die folgenden Erfahrungen für einige erstaunlich, dass man nämlich in der Schule auch "Dinge fürs Leben" (Vokabeln für das Essenkaufen) lernt und dass man "eigentlich gar nicht so schlecht spricht", wenn man sich denn traut.

Nebenbei hatten die Schüler auch eine Aufgabe zu erledigen: Es sollte ein Fotoroman mit französischer Kulisse erstellt werden. Kreative Aufgaben, die im schulischen Alltag leider oft viel zu kurz kommen, konnten in dieser Zeit ideal umgesetzt werden.

Nach einer interessanten Besichtigung des Europaparlaments und einer informativen Bootsfahrt auf der Ill endeten diese drei schönen Tage mit einem gemeinsamen Abendessen im Hotel. Alles in allem waren sich die Teilnehmer einig, dass eine solche Erfahrung "viel mehr bringt" als so manche Grammatikübung.

Daher wird angedacht, dass eine jährliche Fahrt nach Frankreich fest in das Fahrtenkonzept des Französischzweigs an der Höchstadter Realschule aufgenommen wird. Johanna Erler