Zwei völlig unterschiedliche Besuchsgruppen innerhalb von zwei Tagen - junge Erwachsene der Beruflichen Oberschule Bamberg (BOS) und die Firmlinge des Seelsorgebereichs Maria im Dreifrankenland mit den Pfarreien und dazugehörigen Filialen Schlüsselfeld, Aschbach, Reichmannsdorf, Elsendorf, Wachenroth, Breitenlohe, Appenfelden und Geiselwind - haben dieser Tage die Flexibilität und Bandbreite der angehenden soziotherapeutischen Assistenten (STA) der Laufer Mühle getestet.
STAler, wie sie in der Laufer Mühle genannt werden, sind Bewohner in Therapie, die sich in einem IHK-Zertifikatslehrgang ausbilden lassen. Durch die Führungen und Informationen der Gäste lernen sie, wie man Menschen professionell über Suchtgefahren informiert, ohne den "Christiane-F.-Effekt" zu erzielen, das heißt, ohne die Neugier auf Suchtmittel zu wecken.
Prävention wird in der Laufer Mühle groß geschrieben, aber sie muss verantwortungsvoll durchgeführt werden. Das heißt auch, dass die STAler sich auf jede Ziel- und Altersgruppe einstellen und in der Lage sein müssen, die entsprechend unterschiedlichen Fragen zu beantworten.


Diskussion über Drogen

Während bei den Firmlingen die Mütter und Diakon Hans Scherbaum Fragen stellten und die Jugendlichen schüchtern mit dem Thema Sucht umgingen, ging es bei den Schülern der Bamberger BOS richtig zur Sache. Der Lebenswelt der BOSler entsprechend ging es hier um risikoverminderten Umgang mit Suchtmitteln, Legalisierung, die verschiedenen Suchtformen, um die Diskussion, ob Alkohol eine stärkere Droge sei als andere Drogen und problematischen Konsum im Freundeskreis. Hauptbestandteil der Präventionsveranstaltungen sind die sogenannten "Sucht-Biographien", bei denen die Bewohner der Laufer Mühle über ihre eigene Suchtgeschichte berichten, aber auch über die Therapie und die Frage, was sie in der Laufer Mühle lernen und erfahren, um nicht wieder rückfällig zu werden. Die STAler fanden die Diskussionen sehr bereichernd, weil auch sie selbst durch die Fragen der Teilnehmer immer wieder einen neuen Blick auf sich bekommen und durch die durchweg positiven Rückmeldungen Selbstbewusstsein erhalten. Der Laufer Mühle geht es vor allem darum, dass die Teilnehmer sowie die STAler ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass man vorher nie weiß, ob man jemals gefährdet oder rückfallgefährdet ist.