Wie gut, dass es den Kasper gibt. Er bringt den Kindern bei, dass man nicht stehlen, lügen und betrügen darf. Bei der Aufführung des Bamberger Kasperl am Dienstag auf dem Lichtenfelser Schützen- und Volksfest wurde aber deutlich, dass die kleinen Zuschauer gar keinen "Nachhilfeunterricht" mehr brauchten.
Lautstark und begeistert ließen sie sich in das Stück "Räuber im Metzgerladen" mit einbeziehen. Selbst vor energischen Kommentaren schreckten die Jungen und Mädchen nicht zurück. Sehr zur Freude von Florian Herrnleben, dem Inhaber des Puppentheaters in der vierten Generation. "Mir ist es wichtig, dass die Kinder auf die Geschichte reagieren und aktiv mitmachen", sagte er unserer Zeitung. Nicht nur die Kinder, sondern auch Mütter, Väter und Großeltern hatten ihren Spaß an dem turbulenten Geschehen. Schließlich sind schon die Großeltern mit der Kasperlebühne aufgewachsen, und da die Geschichten bis heute fast gleichgeblieben sind, kommen schnell nostalgische Erinnerungen hoch.
Der Hund Wuschel, das Krokodil, der Polizist, die Hexe und der Räuber sind neben dem Kasperle und seinem Freund Seppl seit vielen Jahrzehnten die Stars auf der Puppenbühne.


Mit viel Liebe zum Detail

"Tri-tra-tra-lala, der Kasperle ist wieder da", riefen die Kinder bei der zweiten von drei Vorstellungen begeistert, als sie die heißgeliebte Figur auf der Puppenbühne sahen. Mit Freude und Aufmerksamkeit begleiteten sie eine Vorstellung, die spannend und mit viel Liebe auf der Open-Air-Bühne in Szene gesetzt wurde.
Zur Handlung: Ein Räuber klaut im Metzgerladen zwei Kisten Lebensmittel und transportiert sie mit der Schubkarre ab. Der Polizist hält zunächst den Kasperl für den Dieb und will ihn im Wald dingfest machen. Doch mit Hilfe der Kinder konnte das verhindert werden. Schließlich wurde der Wurstdieb wieder durch lautstarke Unterstützung der kleinen Zuschauer gefasst und ins Spritzenhaus gebracht.
Die kunstvollen Figuren waren auf Wunsch des Großvaters des Inhabers Florian Herrnleben von einem Bamberger Holzbildhauer geschnitzt worden.