Im Zeichen gleich dreifachen Abschieds steht die katholische Pfarrei St. Michael Stadtsteinach: Sowohl Pfarrer Wolfgang Eßel als auch Pastoralassistentin Sabine Menge werden künftig in anderen Gemeinden ihre seelsorgerische Tätigkeit fortsetzen. Der Geistliche wechselt als Vikar in die Pfarrei Unsere Liebe Frau Fürth, seine Mitarbeiterin nach absolvierter Ausbildung nach Naila. Zudem beendet auch Organist Jürgen Stapf seine Tätigkeit.
Bei einem festlichen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche sagten Offizielle sowie Vertreter von Vereinen, Verbänden und Organisationen Ade. Zahlreiche Redner riefen dazu auf, den Teamgeist und den Zusammenhalt in der Pfarrei zu stärken. Damit stellten sie - ohne dies allerdings namentlich zu erwähnen - auf die Brüche ab, die nach der Kündigung des Mesners Andreas Dremer entstanden waren.
Ausführlich umriss Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Günter Kotschenreuther das Wirken des Seelsorgers, der vor vier Jahren seine Tätigkeit in Stadtsteinach aufgenommen hatte. Der Redner bescheinigte dem Pfarrer einen hohen Grad an Hilfsbereitschaft: "Wir konnten immer zu Ihnen kommen, wenn wir Fragen und Probleme hatten." Neben den üblichen Aufgaben eines Pfarrers engagierte sich Wolfgang Eßel besonders in der Jugend. Wertvolle Initiativen ergriff der scheidende Stadtsteinacher Pfarrer auf einem schwierigen Gebiet der Notfallseelsorge. Dies sei für ihn nicht Beruf gewesen, sondern Berufung. Darüber hinaus habe der Pfarrer sich auch durch eine ganz praktische, weltliche Ader ausgezeichnet. So leistete er tatkräftig Hilfe, als etwa die Decke aus dem Pfarrheim entfernt werden musste. Und er war zur Stelle, wenn es mal beim Mesner-Ersatzdienst nicht hundertprozentig klappte. Kotschenreuthers Fazit: "Pfarrer Eßel hat Spuren hinterlassen hier bei uns."
In den Dank an den Geistlichen schloss er auch Organist Jürgen Stapf ein, der ebenso wie Eßel vier Jahre in der Pfarrei gewirkt hatte. Besonders würdigte er den Einsatz des Kupferberger Musikers zum Erhalt der renovierungsbedürftigen Orgel.
Ein herzliches "Vergelt's Gott" richtete Kotschenreuther auch an Sabine Menge, die in den zurückliegenden beiden Jahren in Stadtsteinach die Ausbildung zur Pastoralreferentin absolviert hatte. Außergewöhnlich ihre Bemühungen für die Jugend: Hier unterstützte sie Kinder bei der Trauerbewältigung. "Das hat es meines Wissens hier bei uns niemals zuvor gegeben."
Weitere Dankesworte sprach Kirchenpfleger Klaus Geier. Er ließ nicht unerwähnt, dass der Pfarrer einen schweren Anfang in Stadtsteinach hatte. Novellierungen bei der Eucharistie-Feier seien nicht bei jedem Gläubigen gut angekommen. Zudem habe sich Eßel einer finanziell sehr angespannten Situation stellen müssen, die ihn zu unpopulären Entscheidungen zwang. Er bedauerte, dass der Pfarrer Verleumdungen ausgesetzt war, die ihm schwer zugesetzt hätten.
Von einer turbulenten und schwierigen Zeit für den Pfarrer sprach dessen ehemaliger Studienkollege, Pastoralreferent Klaus Oberkofler. Er charakterisierte Wolfgang Eßel als einen echten Teamplayer, der ehrenamtliches Engagement sehr schätze und seine Position als Chef niemals herausgekehrt habe. Oberkoflers Frau Silke dankte namens der Band und des Kinderchors für die große Freiheit, die die Gruppen bei ihrer Arbeit hatten.
Die evangelische Pfarrerin Sigrun Wagner unterstrich die freundliche und respektvolle Zusammenarbeit mit ihrem katholischen Amtskollegen, stellvertretender Bürgermeister Franz Schrepfer die gute und sachliche Kooperation mit der politischen Gemeinde.
Für die Kolpingfamilie und die Schola - sie stimmte ein Lied an - ergriff Wolfgang Bobek das Wort. Dankesworte auch vom Untersteinacher Bürgermeister Volker Schmiechen sowie von Katharina Bobek, die die katholische Jugend und die Ministranten vertrat.
Eine Darbietung allegorischen Charakters lockerte die dreistündige Feier auf. Die Jugend inszenierte ein Fußballspiel und analysierte die Ursachen des Scheiterns der Deutschen WM-Mannschaft. Es habe gefehlt am Teamgeist und am Zusammenhalt. Das Match moderierte Jonas Gleich. Seine Botschaft - wohl auch im Hinblick auf die Pfarrei: Wer streitet, kann nur verlieren. red