Einen zünftigen Auftakt nahm das Kirchweihfest in Strössendorf. In den Gastwirtschaften wurde schon seit Mitte der Woche kräftig "Kerwa" gefeiert - mit entsprechenden kulinarischen Köstlichkeiten. Doch ein Wermutstropfen trübt die Feststimmung: Pfarrer Christian Brecheis muss die Kirchengemeinde Ende September verlassen.

Der Kirchweihsonntag stand ganz im Zeichen des Festgottesdienstes. Aus diesen Anlass fanden sich die Gläubigen, vor allem aus den Ortschaften Weidnitz, Neuses und Strössendorf, zur Kirchenparade im Baugebiet Hirtengraben/Heidäcker ein und zogen von hier aus mit Pfarrer Christian Brecheis, den Kirchenvorstehern und Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) unter den Klängen der Altenkunstadter Musikanten und begleitet von den kleinen und großen Mitgliedern der örtlichen Vereine in die Evangelisch-Lutherische Pfarrkirche St. Katharina ein.

Erklärung der Landeskirche

Nach der Begrüßung wurde von Kirchenvorsteherin Waltraud Fischer eine Erklärung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in München verlesen, wonach Pfarrer Christian Brecheis aus seinem Pfarrdienst auf Probe mit Wirkung vom 30. September entlassen werde. Vorausgegangen waren verschiedene Gespräche - und nach Abwägung aller Aspekte seien die Landeskirche und der Oberkirchenrat zu dieser Entscheidung gekommen, wobei gleichzeitig auch dem scheidenden Seelsorger, so der Inhalt des Schreibens, bei seiner beruflichen Neuorientierung seitens der Landeskirche begleitende Gespräche und die entsprechende Unterstützung zugesagt wurden.

Widerspruch eingelegt

Pfarrer Christian Brecheis wies darauf hin, dass sein Anwalt Widerspruch gegen diese Entscheidung der Landeskirche eingelegt habe. Es werde sich in den kommenden Wochen zeigen, was sich daraus ergebe. Er erinnerte nach dieser kurzen Anmerkung an den eigentlichen Anlass, den Kirchweihgottesdienst zu feiern, zu dem Gott stets alle Menschen so zusammenführe, wie sie seien, damit sie Kirche sein könnten. Alle sollten sich auch am Kirchweihtag dessen erinnern, dass schon vor Jahrhunderten in Strössendorf ein Gotteshaus errichtet worden war, damit die Christen ihren Glauben leben können. Der Wunsch von Pfarrer Brecheis war dabei, dass Gott die Menschen weiterhin begleiten möge, damit sie mit ihren unterschiedlichen Meinungen weiterhin Kirche sein können und dabei stets Vermittler im Glauben haben. Nach dem Abendmahl wurde der Kirchweihgottesdienst mit dem kirchlichen Segen beschlossen.

Der Fuchs stahl den Gockel

Am heutigen Montag gibt es einen weiteren Höhepunkt anlässlich des Kirchweihfestes, denn gegen 18 Uhr beginnt auf dem Dorfplatz, zwischen den Gastwirtschaften Reichstein und Häublein, der Hahnenschlag. Die örtlichen Vereine übernehmen hierbei wieder die Federführung. Allerdings waren in den vergangenen Tagen einige schnelle Entscheidungen gefragt, denn obwohl Florian Hoffmann schon den Kirchweihgockel zugesichert hatte, schlug Meister Reinecke zu: Nachdem die Einwohnerschaft den Fuchs schon einmal mit einer Henne gesehen hatten, ging dieser dann auch noch dem Kirchweihgockel an den Kragen, so dass ein neuer beschafft werden musste.

Bei der Suche nach einem Ersatzgockel wurde die Dorfgemeinschaft in Burgstall bei Mitwitz fündig, so dass der Hahnenschlag wie geplant ausgeführt werden kann. Nun ist gesichert, dass als Hauptpreis - neben einer ganzen Reihe von Sachpreisen - wieder ein prächtiger Hahn gewonnen werden kann.