Er war eine Frohnatur und ein Pfundskerl, der aus Schnappenhammer bei Wallenfels stammende Alexander Brehm. Als Spätberufener wurde er im September 2010 in Bamberg zum Diakon und am 25. Juni 2011 zum Priester geweiht. Seit September 2015 wirkte er als Pfarrer in der Textilstadt Münchberg. Nun ist der erst 42-Jährige in der Nacht zum vergangenen Samstag völlig unerwartet gestorben.
"Wir sind erschüttert vom plötzlichen Tod unserer Pfarrers", so die Verantwortlichen des dortigen Seelsorgebereichs St. Heinrich. Ein Satz, der aber nicht nur für die ostoberfränkischen Gläubigen zutrifft, sondern auch für Bürger des Landkreises Kronach, die den katholischen Geistlichen kannten beziehungsweise kennen lernten.
Der im Februar 1976 geborene Alexander Brehm wuchs im Tal der Wilden Rodach auf und besuchte zunächst in Wallenfels die Grund- und Hauptschule. Nach seiner Schulzeit absolvierte er ab 1992 eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Kronach und arbeitete dort bis 2005 als Kundenbetreuer.
Ab diesem Zeitpunkt fasste er nach einer inneren Unruhe und dem "Hingezogenfühlen" zu Gott und seiner Kirche den Entschluss, in Bamberg einen Infotag des Erzbischöflichen Priesterseminars zu besuchen. Ihm wurde schnell klar, dass er alle Voraussetzungen für den "dritten Bildungsweg" erfülle. So studierte er als Spätberufener am Interdiözesanen Seminar zur Priesterausbildung in Lantershofen (Rheinland-Pfalz) zwölf Trimester Theologie und Philosophie, um die Anforderungen für die Zulassung zum Pastoralkurs zu erwerben. 2009 hat Alexander Brehm dort das Studium abgeschlossen. Das anschließende Pfarr- und Schulpraktikum absolvierte er in Schillingsfürst (Landkreis Ansbach). Nach vier Jahren als Kaplan in Erlangen und Kulmbach führte sein Weg nach Münchberg.
In seiner Heimatgemeinde Schnaid wird das Requiem am Freitag, 1. Juni, um 18 Uhr gefeiert. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem dortigen Friedhof. hf